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gegen einander gezogen bleiben, wodurch natürlich dem Fremdkörper das Austreten
nicht sonderlich erleichtert wird. Denn derselbe Druck, welcher das corpusculuin
mobile herausdrücken soll, presst auch die Wundränder kräftiger gegen einander.
Es ist höchst wahrscheinlich, dass die meisten Operateure dieses ziemlich auf der
Hand liegende Verfahren der kreuzweisen Incision unwillkührlich angewandt, haben,
doch finde ich es nirgends in der Literatur angeführt.
Was die Ursachen sonstiger Schwierigkeiten bei der subcutanen Methode an
langt, so schliesse ich mich Al quid’s Meinung an, welcher bei seinen Versuchen
am Leichname fand, dass die schlaffe und bewegliche Synovialhaut sich dem Messer
entzöge. Dieselbe soll sich nämlich vor dem Messer falten und ist kaum erst
geöffnet, wenn man glaubt, einen hinreichend grossen Einschnitt in dieselbe gemacht
zu haben. Diese nur kleine Verletzung der Synovialis ist vielleicht auch der Grund,
warum die so häufig misslingenden Operationsver-suche relativ so gut ertragen werden.
Ich komme 'nunmehr zur Statistik dieser Methode: Bonnet will 52 Fälle
gesammelt haben, darunter 20 Todte. Es ist dieses ein ganz ungeheures und von
den Resultaten der übrigen Statistiken ganz abweichendes Mortalitätsverhältnis. Ganz
im Contrast hiezu führt er 6 andre Fälle an, die nach der von ihm selbst angegebe
nen subcutanen Methode mit Bereitung eines Lagers für den Gelenkkörper im Unter
hautzellgewebe behandelt worden sind. Sie sind glücklich abgelaufen, nur einer
ohne Erfolg.
Die Günther’sehe und die König’sche Statistik umfasst eigentlich zu wenig
Fälle, um ein nur einigermaassen sicheres Resultat zu geben, doch lasse ich sie beide
folgen:
Günther führt 13 Fälle an, worunter 10 mit glücklichem Erfolge, 1 mit
heftiger Reaction, 2 mit tödtlichem Ausgange.
König’s Resultat stellt sich streng genommen so:
Von 24 Fällen starben 1 (und zwar ist dies schon einer der von Günther
angeführten Todesfälle), einmal blieb die Operation erfolglos und 22 wurden geheilt.
Berthens on führt 32 Fälle an, mit keinen Todesfällen, jedoch nur 22 ge
lungenen Heilungen.
Larrey hat unter 37 Operationen 19 mal Heilung (51,4 %), 5 mal tödtlichen
Ausgang (13,5 °/o) gesehn; in den andern 13 Fällen konnte die Operation nicht voll
endet werden.
Dagegen weist die Tabelle von Benndorf 50 Fälle nach, wovon 33 mit Ge
nesung (66 %), 5 mit Tod (10 %). ln 12- Fällen (24 %) konnte die Operation nicht
vollendet werde.
Man seht hieraus, dass die subcutane Methode wegen ihrer viel geringeren
Mortalität der direkten entschieden vorzuziehen ist, wenn sie auch in einer grossen
Anzahl von Fällen unvollendet bleiben muss. Gerade diese letzteren schon aufge-

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