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geführt wird, ist es zweckmässig, die Haut stark nach Innen verziehn zu lassen,
damit nach Beendigung der Operation Haut- und Kapselwunde sich nicht gegenüber
liegen. Hiedurch wird der Kapselschnitt gewissennaassen subcutan und trotzdem die
Ineonvenienzen der rein subcutanen Methode vermieden. Schon Brom field,
Desault, Abernethy u. A. haben dieses Verfahren angerathen, welches neuerdings
a uch von Fock, der sich entschieden gegen die subcutane Methode ausgesprochen
bei seinen fünf sehr glücklich abgelaufenen Operationen in Anwendung gezogen
lst> Die in der That imponirenden Resultate von Fock nöthigen mich, noch in
Kürze dessen Vorbereitungen für die direkte Incision und Nachbehandlung des
1 atienten anzuführen. Drei bis acht Tage vor der Operation muss der Kranke das
hüten, um durch ruhige Lage jeden etwa vorhandenen Reizzustand des Gelenkes
Zu beseitigen. Zur Erreichung dieses Zweckes werden unter Umständen kalte Um
schläge, sogar locale Blutentzündung angewandt, Entsprechend beschränkte Diät, Ge
brauch von gelinden Abführmitteln. Uebung des Patienten, den beweglichen Körper
^Ulkührlich nach einer ihm bezeichneten Stelle des Gelenkes zu dirigiren. Ist jeder
Keizzustand des Gelenkes beseitigt und kann der Fremdkörper fixirt werden, so lässt
ttian diese Manipulation, falls der Patient einigermaassen intelligent ist, denselben aus
führen und schreitet zur Operation, womöglich im Bett selbst, damit nach derselben
keine Bewegungen mehr nöthig sind. Die Chloroformnarcose wird nicht empfohlen»
We h bei Unruhe des Patienten der Körper leicht entschlüpfen könnte. Nach der
Operation die Hautwunde mit 2—3 umschlungenen Insektennadeln geschlossen. Zwi-
s chen und zur Seite derselben sollen noch einige Streifen von englischem Pflaster
gelegt werden, welche mit Collodium zu bestreichen sind. Die Achtertouren bepinselt,
u üd die Nadeln sogleich wieder herausgezogen. Das Ganze noch einmal mit engl.
Pflaster beklebt und reichlich mit Collodium bestrichen. Die Extremität nun in Ex-
te nsionsstellung gebracht und auf eine mit Watte gepolsterte Hohlschiene gelegt.
Kniegelenk und Gegend der Wunde 5—6 X 24 Stunden mit einer Eisblase bedeckt,
We nn nöthig, noch länger. Absolut ruhige Lage des Patienten, streng antiphlogistische
^iät und nach Bedürfniss ein leichtes Purgans. Die Wunde soll in 8, spätestens 14
^ a gen heilen. Erst nach Vernarbung wird das Aufstehn gestattet.
Was die Würdigung der direkten Incision mit oder ohne Hautverschiebung
a ülangt, so scheint es mit am gewissenhaftesten, die Statistik sprechen zu lassen. In
Günther’s Operationslehre 1859. ßd. II. pag. 124 finde ich 95 Fälle aufgeführt, wo
Wen ig oder gar keine Reaction entstand und der Erfolg ein glücklicher war, 20 Fälle
üüt folgender bedeutender Reaction und endlicher Genesung.
26 Fälle mit tödtlichem Ausgange.
Es würden demnach unter 4 Operirten 2 ohne Zufälle genesen, bei 1 würde
SIe b heftige Reaction einstellen und 1 würde mit Tode abgehn.

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