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der Gelenkzotten entstehn lassen, eine Annahme, die wohl am meisten Berechtigung
hat, zumal von liyrtl schon in den normalen Gelenkzotten Knorpelzellen nachgewiesen
Worden, während Volkmann (v. Pitha und Billroth, Chirurgie, 2. Bd., II. Abth.,
577) der Entstehung durch direkte knorpelige Umwandlung der Synovialis selbst
das Wort redet. Gewiss nicht minder häufig ist der dritte Bildungsmodus, der von
Laennec, Bichet, Beclard und in neuerer Zeit auch von Gurlt (Gelenkkrank
heiten, Berlin 1853) vertretene, wonach die Gelenkmäuse am häufigsten durch Ein
stülpung zuvor extraarticulär gelegener Knorpel- oder Knochenkerne, sowie neu
gebildeter Osteophyten entstehn. Nahe verwandt endlich mit dieser Erklärung ist
Virchow’s Ansicht (die krankhaften Geschwülste, Berlin 1863, pag. 449 ff.), dass die
fremden Körper zumeist durch krankhafte Wucherung der Gelenkknorpel entstehen,
die bei ihrer weiteren Entwicklung endlich gestielt werden und sich von ihrem
Futterboden trennen.
Ob alle diese Vorgänge in der That die primären sind, darüber lässt sich im
Speciellen Fall bei der meist mangelhaften Anamnese selten genauer Aufschluss geben,
Und sehr häufig dürften manche Entzündungserscheinungen (seröse Ergüsse, schwar
tige Verdickungen etc.) die Folgen des Reizes sein, den ein schon früher bestehender
Fremdkörper ausgeübt hat.
Schliesslich möge noch zweier bereits angedeuteten Bildungsweisen der Ge-
frnkkörper Erwähnung gethan werden, die, wenn auch ihrer relativen Seltenheit
w egen nicht überall anerkannt, doch auch ihre Berechtigung .finden. Hierher wären
Ostens durch mechanische Insulte abgebrochene Stücke der Gelenkenden der Knochen
z u rechnen, oder wenn solche nach dem Erlöschen oder bei mässigem Fortbestehn
e iner chronischen Entzündung als mehr oder weniger abgeschliffene, freie Körper in
der Gelenkkapsel Zurückbleiben. Dieselben können in frischen Fällen wohl auf den
Ersten Blick erkannt werden, mit der längeren Dauer aber werden sich immer be
deutendere Schwierigkeiten der richtigen Deutung entgegenstellen, Schwierigkeiten,
"'eiche in den secundären Veränderungen der Fragmente selbst, der Gelenkenden und
der Synovialhaut liegen. Besonders leicht werden sie das Bild einer Arthritis defor-
üians vortäuschen können. Schon Monro erwähnt sie, und sollen dieselben nach
seinen Erfahrungen die häufigsten Gelenkmäuse sein. Ein zweiter, ebenfalls nicht
"bsolut zu verwerfender Bildungsmodus wäre der, dass aus den Bestandtheilen einer
üicht normal gemischten Synovia durch Niederschlag Körper hervorgehn, welche nach
r ein physikalischen Gesetzen durch Endosmose oder Imbibition Gelenkflüssigkeit in sich
a üfnehmen und auf diese Weise an Volumen zunehmen können. Dass gewisse
Synovialhäute mit Epithelium bekleidet sind, scheint diese Vermuthung zu bestätigen.
Fs ist nach Bidder (Zeitschrift für rationelle Medicin, pag. 106) zwar nicht wahr-
8 cheinlich, dass in Synovialsäcken und in serösen Höhlen überhaupt naturgernäss
e in Abstossen des vorhandenen Epithels vorkomme, doch ist es keineswegs unmöglich,

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