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tis hin am dicksten war. Die Wandung, welche der Cutis zunächst lag, zeigte überall
Talgdrüsen, besonders zahlreich in der Parthie, welche der carotis zunächst lag. An
dieser Stelle fand sich an der Cystenwand eine flache, harte Platte, welche unmittel
bar auf der Gefässscheide gesessen hatte und aus Netzknorpel, vollständig entsprechend
dem Ohrknorpel bestand. Deshalb bezeichnet Virchow den Tumor als ein auriculäres
Dermoid oder Teratom und glaubt, dass dasselbe eine congenitale .Missbildung sei und
2 ü den GescliAvülsten der Kiemenspalten gerechnet werden müsse. Er ist der Meinung,
dass es sich bei dem von Langenbeck exstirpirten Fall (Klin. Chir. ßd. 1. S. 25), sowie
bei den daselbst citirten Fällen von Thiele und Adelmann, die in Gurlt’s Monographie
Weiter beschrieben sind, um dasselbe Verhältniss handele. Die Bezeichnung dieser
Geschwülste als „Geschwülste der Gelassscheiden“ hält er für unpassend. Er ist der
Meinung, dass ein Theil dieser Cysten möglicher W eise in den Lymphdrüsen und an
dern Nachbartheilen des Halses seinen Ursprung nehmen, ein anderer Theil als Ge
schwülste der Kiemenspalten anzusehen sei. Den letztem Theil hält er den con
genitalen, namentlich den atheromatösen Ranulae, sowie möglicherweise gewissen zu
sammengesetzten Cystoiden der Kieferknochen für nahe verwandt. Auch Roser be
merkt in der 5. Aufl. seines Handbuchs der anatomischen Chirurgie (S. 180), dass
er seit einer Reihe von Jahren auf eine besondere Art von Halscysten aufmerksam
geworden sei, welche er Kiernengangcysten nennt, und welche aus einem in die Länge
gezogenen Kiemengang entstehen. Obliteriert ein solcher Gang an beiden Enden, so
ls t die Cyste fertig, wie es auch ähnlich bqi der Hydrocele des Samenstrangs zu
Stande kommt. Sie kommen, da es mehrere (obere, mittlere und untere) Kiemen*
gänge giebt, auch an verschiedenen Stellen des Halses vor. Roser rechnet einen Theil
der Ranulabälge gleichfalls zu den Kiemengangcysten, sowie er auch geneigt ist, fast
*dle Dermoiden und mukösen Cysten der obern Halsgegend, welche aus früher Jugend
lammen, in diese Kategorie zu stellen.
Es sind wohl Virchow’s und Roser’s Ansichten über den Ursprung dieser
Gysten am richtigsten, alle verschiedenen früheren Ansichten über dieselben, die schon
a üs den verschiedenen Namen hervorleuchten (ranula congenita, hygroma colli eellu-
b>sum, hygroma celluloso-cysticum, struma cystica congenita, hydrops cyticus subcuta-
üeus colli, hydrocele du cou, tumeurs cystiques du cou; aqueous encysted tumor)
dagegen zu verwerfen.
Die Cysten liegen am häufigsten in der vordem Halsgegend an der vSeite des
Kehlkopfs oberhalb der Kreuzungsstelle des M. omohyoideus im Karotidendreieck
Welches nach aussen von dem Kopfnicker begrenzt wird. Selten sind Cystengeschwülste
111 der Nackengegend. Sie werden meistens von der tiefen Halsfascie bedeckt und
häufig an verschiedenen Stellen des Kehlkopfs, am cornu majus des Zungenbeins, am
Proc. styloideus, am ligt. hyothreoideum, sowie am Pharynx angeheftet. In der Tiefe
hängen sie zusammen mit den Scheiden der carotis oder vena jug., welche wie

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