nicht ausgeführt; er hatte die Cyste bloss angeschnitten und den Inhalt entleert. Die
Cyste hatte sich dann wieder gefüllt, war später durch ein Cauterium wieder eröffnet
und eine Reihe von Jahren offen gehalten. Dann hatte sich die Oeffnung wieder ge
schlossen und die Cyste wieder gebildet. Bei der Exstirpation wurde die vena jug. commu
nis verwundet, die Blutung durch Compression gestillt und Heilung erreicht. Der erste dieser
beiden Fälleist von Dr. A. Lücke untersuchtundinLangenbeek’s Archiv(Bd. 1. S.256—366)
beschrieben. Lücke glaubt, dass die Cyste aus einer Lymphdrüse entstanden sei. Die
Meinung R. Volkrnann’s, dass in diesem Falle vielleicht eine Verwechslung vorliege
mit einem erweichten Cancroidknoten, sucht Lücke dadurch zu widerlegen, dass die
Epithelialauskleidung der einzelnen Hohlräume sich zu dem abkapselnden Bindegewebe
ebenso verhielten, wie bei den Epidermoiden, und dass das lange Bestehen und der
gutartige Verlauf durchaus gegen Cancroid spreche. Zugleich spricht Dr. Lücke die
Meinung aus, dass auch die andere von Langenbeck exstirpirte Cyste, sowie die fol
gende von ihm selbst beobachtete, aber nicht anatomisch untersuchte Geschwulst, weil
der Patient sich zu keiner Exstirpation herbeilassen wollte, denselben Ursprung genom
men hätten) Virchow’s Archiv Bd. 28. S. 381). Die von Lücke beobachtete Ge
schwulst fand sich bei einem jungen Mann in den zwanziger Jahren im trigonum colli
inferius, hatte seit frühester Jugend existirt und war später ohne besondere Veran
lassung gewachsen. Ein Wiener Chirurg hatte durch Punction eine breiartige Masse
entleert. Die Geschwulst hatte bald wieder zugenommen. Nach einer zweiten Punc
tion war die Geschwulst jeden Morgen Jahre lang durch eine silberne Kanüle entleert
Worden. Bei der Untersuchung auf der Langenbeck’schen Klinik fand sich eine weiche,
mförmige Geschwulst, die ziemlich tief grade auf den grossen Gefässen lag und kaum
beweglich war. Die ausgeleerte breiartige Masse bestand aus Epithelien, Cholestearin-
tafeln und Fetttröpfchen.
Die Ansicht Lusch’kas, dass congenitale Kystenhygrome aus dem Ganglion
bitercaroticum, welche von ihm glandula intercarotica genannt wird und aus drüsen
ähnlichen Hohlgebilden, Gefässen und Nerven bestehen soll, widerlegt Dr. Julius Ar
nold dadurch, dass er an künstlichen Injectionspräparaten, sowie auch an natürlichen,
indem er an 2 durch den Strang geendeten Individuen Untersuchungen über diesen
Gegenstand anstellte, gefunden haben will, dass die Drüsenbläschen gar nicht existiren
Und das ganglion bitercaroticum nur aus Gefässen und Nerven bestehe (Virchow’s
Archiv Bd. 33. S. 190—-209). Ueberdies fand er an 2 Präparaten von angebornem
Eystenhygrom, welche sich auf der anatomischen Sammlung zu Heidelberg fanden,
dass in diesen beiden Fällen das ganglion intercaroticum intact war. Der erste hall
ist folgender (Virchow’s Archiv. Bd. 33. S. 211): Auf der rechten Seite des Halses
bei einem vollkommen ausgetragenen Knaben fand sich eine aus drei grossen und verschie
denen kleinen Cysten bestehende Geschwulst. Die Haut darüber war nach vorn glatt, nach
hinten gruben förmig vertieft. Die Geschwulst war von Trabekeln durchzogen und
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