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ist, während doch andrerseits eine auch nur annähernd genügende Analyse des zeit
lichen Ganges der Contraction nicht vorhanden war und mehrfach als Desiderium
bezeichnet worden ist; eine solche wenigstens glaube ich zu geben.
Im wesentlichen ergiebt die Untersuchung Folgendes.
Sie weisst nach, dass die Form der Muskelcurve fast allseitig durch äussere
Bedingungen influenzirt und modificirt wird. Die Dauer der latenten Reizung hängt
neben dem Zustand des Muskels von der möglichst glücklichen Dehnung desselben
ab und kann selbst bei stärkerer Belastung bereits innerhalb der zweiten Vioo Secunde
beendet sein. Die Dauer der Contraction wird durch die Belastung in dem Sinne
modificirt, dass dieselbe sich bei stärkerer Belastung bedeutend verlängert und dem
entsprechend die Arbeitsleistung sich erheblich vermehrt. Die Form der Contraction
ist zwar stets der Art, dass in der zweiten bis fünften V200 Secunde das Maximum
der Beschleunigung au’ftritt, dass ferner die grösste Geschwindigkeit erst später erreicht
wird, während ein Maximum der Abnahme - Geschwindigkeit der Contraction nicht
deutlich hervortritt; in den Einzelheiten aber ändert sich die Form der Curve je nach
Masse und Gewicht des Rahmens sehr erheblich. Man kann daher die Bewegung des
Muskels füglich in vier Abtheilungen bringen. Erstlich: Anfang der Bewegung mit
langsamen Zuwachs der Schnelligkeit; diese Periode wird durch starke Belastung
stark verlängert, Fig. Nr. 10. Zweitens: Periode des starken Zuwachses der Schnellig
keit. Drittens: Periode des Maximums der Schnelligkeit, und viertens: Periode der
Abnahme der Bewegung; letztere wiederum sehr variabel, je nach der Belastung
einerseits und der Beweglichkeit andrerseits des Rahmens. Durch die Elasticität des
Muskels wird die Bewegung in bedeutend andrer Weise hervorgebracht. Die Periode
der latenten Reizung hört ganz auf, d. h. ein Zwischenraum zwischen Entlastung des
Muskels und Beginn der Bewegung, war mit unserm Apparat nicht mehr sichtbar zu
machen. Ebenso verschwindet der erste Abschnitt der Muskelcurve auf der Zeichnung
(Fig. 14), dagegen verhält sich der Rest der Elasticitätscurve etwa so, wie die folgenden
Fheile der Muskelcurve.
Die gewöhnlichen Curven, welche mit dem Zeichenrahmen gemacht werden,
bergen mehr oder weniger den Fehler, dass ein Abschnitt derselben lediglich unter
den Einfluss des Fallgesetzes gezogen wird. Mit Berücksichtigung dieses Gesetzes
und der elastischen Ausdehnung, die der Muskel durch das fallende Gewicht am Ende
der Curve erleidet, dürfte jedoch aus solchen Zeichnungen vor allen eine genaue
Analyse der Muskclbewegung zu gewinnen sein. Andre Arten, die Curven zu erzeugen,
dürften der Messung schwerlich eine genügende Basis bieten, wenn auch das Auge
an ihnen die Wendepuncte der Schnelligkeiten leichter, als an unsern Curven und
Zahlenreihen erkennt.
Die Vergleichung sehr kurzer und sehr langer Muskeln mit einander giebt,
mit Ausnahme der Hubhöhe, keine nennenswerth verschiedenen Zeichnungen.
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