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herabfallende Gewicht den Muskel um eine nicht geringe Grösse unter das Niveau
herabzieht, auch beim Anfang der Zuckung vorhanden sein muss, indem der Muskel,
ehe er dem Gewicht eine solche Schnelligkeit ertheilt, dass es bis zur entsprechenden
Höhe hinaufgeworfen wird, ebenso stark gedehnt werden muss. Diese virtuelle Dehnung
und Verlängerung des Muskels hat nothwendig zur Folge, dass die wirklich vom
Muskel geleistete Arbeit grösser ist, als die, welche aus den Messungen hervorgeht.
Besondere Formen der Cnrven. Die Curven ändern sich fundamental,
sowie der Muskel erheblicher belastet wird. Die Zeit der latenten Reizung
ist allerdings bei genügender Dehnung und Leistungsfähigkeit fast unverändert, wäh
rend dagegen die Periode der Erhebung sehr verlängert und die des Falles in der Art
verändert ist, dass nirgends eine freie Bewegung des Rahmens mehr zu Stande kommt,
die Schlussschwankungen also ganz fehlen. (Fig. 10 ist mit 7, 8 und 13, nicht aber
mit Nr. 9 zu vergleichen.) Helmholz und Marrez deuten schon auf Verlängerung der
Zuckung bei starker Belastung hin. Es wäre denkbar, dass im Muskel selbst ein
Mechanismus gelegen sein könnte, der eine dieser grossem Belastung entsprechende
Vermehrung der Dauer und Kraft hervorbringt, der aber erst näher studirt sein muss,
um eine directe Vergleichung der Curven möglich zu machen. Da diese Arbeit aber
für mich zu weit geführt haben würde, so habe ich mich darauf beschränken müssen,
die bis dahin gewonnenen factischen Angaben vorzuführen. Zum vorläufigen Vergleich
folgen noch einige Curven von der gesammten Augenmuskelatur des Frosches, welche
weniger schnell, sonst aber von gleicher Dauer sind, und dann Curven vom Biceps
eines zuerst kalten, dann sich erwärmenden Frosches. Die Contraction vom kalten
Muskel tritt viel langsamer ein, ist weniger schnell und dauert länger.
Sehlussbemerkung*
Die vorliegende Untersuchung leidet unter einem Fehler, der leicht die kleinen
Fortschritte, welche, wie ich glaube, in ihr gelegen sind, verdecken kann, es ist nämlich
zu viel in ihr erstrebt worden und da es mir erst nach langem Probiren und Umändern
der Apparate, ja zum Theil erst bei Ausarbeitung dieser Untersuchung selbst, klar
geworden ist, dass die Methode noch nicht genau genug geworden ist, und da ich
heute noch nicht sicher genug unterscheiden kann, was etwa von den Unregel
mässigkeiten auf Schuld des Apparats oder der Messung, oder der accessorischen
Theile des Muskels zu schieben ist, muss ich schon den Leser bitten, diese Umstände
zu berücksichtigen und nicht darunter diese Vorarbeit, in welcher ein We°- der sicher
sehr brauchbar werden wird und nicht ohne Schweisstropfen ausgehauen worden ist,
leiden zu lassen.
Die Thatsachen, welche gebracht werden konnten, lehnen sich so eng an das
bereits vorhandene Material an, dass etwas vollständig Neues wohl nicht gegeben

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