die Identität der Bewegung auch noch ziemlich gut an der symmetrischen Wieder
holung der Kreuzungspuncte der Steig- und Fallcurve. Besieht man aber die Curven,
welche sich scheinbar decken unter dem Mikroscop, so bemerkt man dennoch eine
kleine Verschiedenheit der Schnelligkeit, welche sich in der Art äussert, dass die
Geschwindigkeit beim Steigen etwas schneller ab- und beim Fall etwas langsamer
zunimmt. Dies Verhalten dient aber nur zum Beweis obigen Ausspruches. Nach
dem Fallgesetz muss der Rahmen bei vollkommen freier Beweglichkeit ebenso schnell
an- wie absteigen; da aber in unserrn Apparat stets eine Reibung stattfindet, so kömmt
zu der Verlangsamung durch die Schwere g beim Steigen noch die Verzögerung durch
die Reibung hinzu, — die Bewegung wird also rascher aufhören, wie ohne diese
geschehen würde. Beim Fall dagegen wird die Reibung der Beschleunigung entgegen
wirken. Die kleine Incongruenz der Curven in dem Sinne, wie sie die Zeichnung zeigt«
muss demnach -eintreten.
Ich stelle nun einige Messungen von Falleurven neben den fallenden Theil
einer Muskelcurve, welche uuf derselben Platte geschrieben worden sind. Erstere sind
dadurch erhalten, dass der vom ruhenden Muskel getragene Rahmen in die Höhe
geworfen ward und dann soweit herabfiel, als es der Muskel gestattete. Um die Curven
direct vergleichbar zu machen, kann man ohne erheblichen Fehler überall die Differenz
des ersten Gliedes addiren oder subtrahiren ; so heben wir z. B. in Nr. 2 die erste
V200 Sec. 38 und von Fall 74 und ziehen hier also von sämmtliehen Zahlen der
Fallcurve (74 — 38=) 36 ab:
Fall von Nr. 2 . .
Freier Fall
38
38
220
211
362
372
492
482
540
624
710
692
Fall von Nr
Freier Fall .
4
99
99
252
233
414
385
529
486
649
672
721
717
Vergleicht man die Parallelcurven sowohl mit einander, als auch die 4 Curven unter
sich, so ergiebt sich eine so genügende Aehnlichkeit derselben, dass nicht wohl daran
gezweifelt werden kann, es handle sich um freien Fall. Beim Messingralunen tritt
im Ganzen die V urfbewegung nicht so deutlich hervor. Die Curven, welche mit der
Pose gemacht worden sind, zeigen scheinbar ein ganz anderes Verhalten; näheres
Eingehen zeigt jedoch auch hier, dass die Bewegung im mittleren und letzten Theü
nicht von der Activität des Muskels beeinflusst worden ist.
B- Das Ende der Zllckllllg. Betrachtet man das Ende der von verschiedenen
Autoren abgebildeten Curven, so findet man einmal an denselben constant eine be
deutende Verlangsamung der Bewegung und zweitens inconstant eine allmälig sich
abgleichende Wellenlinie, welche sich stets über dem Niveau der Abcissenaxe hält-
Ich habe jedoch stets, wenn man keine zu schwere Belastung anwendet, Curven
erhalten, (higg. 5, 6, 7, 8), welche mit der Wellenlinie unter die Abcissenaxe hin -
unter reichte. Es wird nämlich der Muskel durch den hall des Rahmens über seine

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