Bei den bisher bekannten Methoden zur Untersuchung der Muskelzuckung war es
z u schwer, eine genauere Messung der einzelnen Abschnitte der Zuckungscurve vor-
zuriehinen. Desswcrren hat man sich meist daraut beschränkt, das Stadium dci latenten
Reizung und die Dauer der Gesammtzuckung zu erforschen. Die nach folgender
Methode gewonnenen Zahlen bilden allerdings eine weitgehende Ausmessung der
Muskeleurve, — es zeigt sich aber beim näheren Eingehen leicht, dass die Genauigkeit
noch viel höher getrieben worden muss, wenn die Curven zu einer wirklichen Analyse
der Bewegung verwendbar sein sollen. Ich habe mich leider in dieser kleinen Arbeit
darauf beschränken müssen, eine Uebersicht über das Verhalten des Muskels gegen
den Schlag des Inductions-Apparats zu gewinnen.
Die von mir angewandte Methode habe ich auf den Vorschlag meines hoch
verehrten Lehrers, des Herrn Professor Hensen ausgeführt, dem ich für das rege
und stete Interesse, mit welchem er dieser Arbeit folgte und mir über sich
darbietende Schwierigkeiten hinweghalf, und für die freundliche Bereitwilligkeit, mit
Welcher er mir die Apparate des hiesigen physiologischen Instituts zur Verfügung
bellte, meinen wärmsten Dank auszusprechen nicht unterlasse.
Die Methode beruht darauf, dass der Muskel auf einer Glasplatte, die durch
eine Stimmgabel in fortwährender pendelförmiger Bewegung gehalten wurde, seine
Zuckung aufschrieb. Sie ist, wie sich später fand, nicht neu, denn Lippieh *) hat schon
die Stimmgabel für ähnliche Zwecke empfohlen. Aus den Curven Taf. II. kann man
So 'vohl die Hubhöhe und die Gesammt-Zeit, welche der Muskel zur Zuckung brauchte,
als auch die Schnelligkeit der Bewegung in den einzelnen Perioden ersehen. Kennt
Ulan nun die Tonhöhe der Stimmgabel, so lässt sich daraus leicht die Schnelligkeit
der Muskelbewegung ersehen. An unserrn Apparat (Taf. I.) sind zwei Hauptmethoden
*) Wiener Sitzungsberichte, Bd. 52, Aüthlg. 2. 1865.
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