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Morphium-lnjection. Gestern Abend war der Verband sehr durchnässt, ebenso diesen
Mittag; nach der Herausnahme des Katheters wird mit einer lprocentigen Kochsalz
lösung die Höhle ausgespühlt, wobei zugleich viele grosse und kleine Blasen entweder
mittelst des Flüssi< r keitsstroms oder mittelst der Kornzange entleert werden. Wie
gestern, so auch heute und für später täglich eine zweimalige Morphium-Injection ver
ordnet. Die Temperatur steigt im Laufe des Tages auf 39' 4° C., um alsbald wieder
auf die Norm zu sinken. Am folgenden läge zeigt sich der Herzstoss bereits nach
rechts weiter zurückgegangen. Entleerung neuer Blasen; Geruch der mit Eiter ge
mischten Flüssigkeit ist wie gestern gut, gar nicht auffallend.
14. I. Nach gutem Schlaf zeigt sich das Befinden und der Appetit in der
Zunahme. Allein der Eiter ist vermehrt und von penetranten Geruch; mit ihm zu
gleich Entleerung von Blasen. Der Herzstoss in der Mammillarlinie und nach aussen
davon fühlbar, selbst über der Clavicula; links vom Sternum oben, wo früher absolut
leerer Schall war, hört man neben metallischen Sausen \esikuläres Athmen. Jetzt
dreimal täglich Erneuerung des Verbands, Ausspülung Mittags; Temperatur ist Mor
gens fast normal, Abends einige Tage lang Vs 0 C. erhöht. So wird mit der Behand
lung fortgefahren, wobei die Kranke sich leidlich wohl befindet, wenn auch der Eiter
hin und wieder üblen Geruch hat, Erwähnenswerth ist die einige Zeit lang andau
ernde gesteigerte Pulsfrequenz bis zu 160 Schlägen und darüber, vielleicht Folge von
direkter Reizung des Herzens durch die Zerrung. Im Laufe dieses Monats nimmt
nun die Kranke, trotzdem dass wegen des üblen Geruchs des noch immer ziemlich
reichlich ausfliessenden* Eiters drei mal täglich ausgespült wird, mittlerweile so weit
an Kräften zu, dass sie in den letzten Tagen einige Stunden ausserhalb des Bettes
zuzubringen im Stande ist. Die Lage des Herzens ist dieselbe geblieben; dagegen
hört man jetzt rechts vom Herzen am ganzen linken Sternalrand hinauf vesikuläres
Athmungsgeräusch, dasselbe hinten sogar rechts von der Wirbelsäule; die Pneumo
thoraxsymptome auf der rechten Thoraxhälfte scheinen bei der Auskultation zurück
getreten, obwohl der Hohlraum durch den sonoren Schall und durch die Menge der
Flüssigkeit, welche sich hineinpumpen lässt, zu constatiren ist.
5. II. Der Thoraxumfang hat in der Höhe des Proc. xiphoideus um Ö 1 /« Ctm.
seit dem Tage der Operation abgenommen.
15. II. Die Höhle scheint allmählich an Ausdehnung abzunehmen, denn am
lOten Hessen sich noch 650 Ctm. Wasser bis zur Fistelöffnung bei aufrechtem Sitzen
der Patientin einpumpen, heute nur 550 Cctm. und nach neuen 10 lagen nui noch
circa 450. Es ist keine Frage, dass die untere Wand des Hohlraums hinaufrückt; das
beweist das Hinaufsteigen der oberen Lebergrenze etwa zwei Fingerbreit über einen
Vor 8 Tagen gezogenen Höllensteinstrich, der die genannte Grenze damals bezeichnet^;
dies Aufsteigen wird in der Folge immer noch constatirt. So geht die scheinbare
Besserung ungestört weiter; der eingeführte nelatonsche Katheter muss wegen

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