Einige Beobachtungen über Diabetes mellitus.
Die Ursachen und das Wesen des Diabetes mellitus sind bis auf die Jetztzeit noch völlig unauf
geklärt. Obgleich man irrthümliche Auffassungen nach und nach berichtigt, beispielsweise den Diabetes
n 'eht mehr zu den Nierenkrankheiteu rechnet, so haben dennoch die Entdeckungen des Glycogens in der
Leber, des Diabetes-Stiches u. s. w. wohl viele Hypothesen, aber sonst wenig Licht in die herrschende
Dunkelheit gebracht. Auch Uber die näheren Ursachen des Entstehens des Diabetes fehlt jede nähere
Einsicht. Wenn auch aus sorgfältigen Zusammenstellungen von Krankengeschichten zahlreiche Schädlich
keiten bekannt sind, nach deren Einwirkung die Krankheit sich entwickelte, so darf man sicli andererseits
Wiederum nicht verhehlen, dass diese Schädlichkeiten so weit verbreitet sind und dass so viele Leute
s ieh denselben aussetzen, ohne diabetisch zu werden, dass es fraglich ist, ob man ihnen Überhaupt einen
Einfluss auf die Entstehung der Krankheit zuzuschreiben berechtigt ist.
Solange uns die Physiologie noch die unbestrittene Beantwortung einiger Fragen schuldet, von
denen ich unter anderen nur die Uber den Verbleib des Zuckers im Venenblute des rechten Herzens,
°b derselbe in den Lungen verschwindet und ob Überhaupt dieses Venenblut zuckerhaltiger als das
Arterienblut ist, ob die Zuckerproduclion der Leber eine Thätigkeit des lebenden Organs oder nur
Eeichenphänomen ist, erwähnen will, werden wir von dieser Seite her dem Wesen der Krankheit nicht
Häher kommen, und so ist dann immerhin die klinische Beobachtung von einem gewissen Interesse.
Das veranlasst mich, in den folgenden Blättern einige an Diabetikern gemachte Beobachtungen mitzutheilen.
Die auffälligste Erscheinung beim Diabetes ist eines Theils die grosse Menge Harn, welche die
Kranken produciren, die in schwereren Fällen um das 5- bis Bfaclie die Normalmenge übersteigt, anderen
Theils der Zuckergehalt, welcher bei einigermassen fortgeschrittenen Fällen bis zu 1 Pfund Zucker täglich
betragen kann, während im Harn des normalen Menschen sich nur so geringe Quantitäten von Zucker
v orfmden, dass man sie meistens mit Hülfe der gewöhnlichen Unlersuchungsmelhoden nicht so ohne
Weiteres nachweisen kann und dies nur in einzelnen Ausnahmefullen gelingt. Es kann unter Umständen
schwer werden, zu sagen, wann die Grenze des physiologischen Vorganges erreicht, überschritten und

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