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stücken und die Benetzung mit Harn zu pathologischen Gewebsveränderungen und zur Hypertrophie der
Vaginalportion führen möge und deshalb die Eröffnung gehindert sei, indem die Wehenkraft nicht aus
reiche, den Widerstand von Seilen des indurirten Gewebes zu überwinden.
Hohl (Lehrbuch der Geburlshülfe, S. 667) dagegen sieht den Gruud der zögernden Eröffnung
des Muttermundes darin, dass sich in solchen Fällen gewöhnlich kein oder nur wenig Fruchtwasser
zwischen Kopf und Eihäuten befinde und dass die Muskelfasern des Uterus auf die Erweiterung des
Muttermnndes nicht die normale Kraft verwenden könnten, da die Gebärmutter nicht den genügenden
Stützpunkt an den Bauchmuskeln finde, überdies die Bauchpresse völlig unwirksam sei.
Es fragt sich, was der Geburtshelfer thun soll, wenn er zu einer Kreissenden mit prolabirtcm
Uterus gerufen wird.
Vor allen Dingen muss das Organ sowohl während der Wehen, als namentlich bei jeder
manuellen oder instrumenlellen Hülfleistung zweckmässig unterstützt werden.
Dies geschieht nach Hold’s Rath am besten mittelst einer in Oel getauchten Serviette, die mit
einem Ausschnitt zur Aufnahme des Muttermundes versehen ist. Auf eine natürliche Beendigung der
Geburt ist indess nur ausnahmsweise zu rechnen. Meistens wird man die Extraction vornehmen müssen,
bei Kopflagen mit der Zange, bei Beckenendlagen oder bei Querlagen nach voraufgegangener Wendung
auf die Füsse an diesen mit der Hand. Fehlt es an Raum zur Einführung der Zangenblätter, so kann
man nach Hohl mit einem dünnen Spatel den Muttermund vom Kopfe abziehen und auf diese Weise dem
Instrumente den Weg bahnen. Bei der Extraction, sei es mit der Hand, sei es mit der Zange, muss
man sehr vorsichtig und schonend zu Werke gehen. Erscheint der Widerstand des Muttermundes z u
gross, droht derselbe einzureissen, so verdient die blutige Dilatation vor dem nutzlosen Versuche einer
Erweiterung mit den Fingern unbedingt den Vorzug.

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