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Oberstadt (Auszug aus dem Generalberichte des königl. rheinischen Medicinalcollegiums über das
Jahr 1827 in der gemeinsamen deutschen Zeitschrift für Geburtskunde, Bd VI., Heft I., Weimar 1831,
S. 148) beobachtete einen Fall von Prolapsus uteri gravidi, der angeblich plötzlich während desArbeitens
im Weinberge eingetreten war, bald darauf traten heftig drängende Wehen ein.
Die (mit den Füssen voran) bis zur Brust geborne Frucht und die Nachgeburt wurden entfernt
und dann die Reposition vorgenommen.
Auch Plasse (Neue Zeitschrift für Geburtskunde, 24. Bd., 2. Heft, Berlin 1848, S. 253)
beobachtete bei einer Frau, die seit 10 Jahren an einem Vorfall litt, der seit 12-14 Wochen ganz durch
die Schamspalte hervorgetreten war, eine Frühgeburt im 7ten Monate, wobei er den Muttermund mit
einem Pottschen Fislelmesser erweitern musste,
II. Oder es kommt zu einer wirklichen Einklemmung des schwangeren Uterus im Becken, bd
nur theilweisem Austritt durch die Schamspalte.
Der Professor Hohl in Halle sagt von diesem unglücklichen Zufall (Lehrbuch der Geburtshülfe
S. 331) er glaube, dass in den Fällen, wo eine Einkeilung des Uterus in der Schwangerschaft, und
besonders vom 4ten Monat an, erfolge, vorher eine Rückwärtsbeugung sich gebildet habe, und nimm 1
auch an, dass dies in einem von Beinick erzähltem Falle, in dem der Tod der Schwängern erfolgte
sich so verhalten habe (Deuteri delapsu, suppressionis urinae etc. Gedani 1732).
F. K. (Starcks neues Archiv II. Bd. I. Stück, Jena 1801, S. 240) erzählt über einen solchen,
ebenfalls tödtlich verlaufenen Fall folgendes:
Eine 24 Jahr alte Erstgeschwängerte bekam im 4ten Monate beim Heumachen im Juni 1301
einen Gebärmultervorfall, wobei die Vagina nicht vorgefallen war, sondern blos eine Falte bildete. Die
Vaginalportion der Gebärmutter hing zwischen den äusseren Schamlippen heraus und war sehr roth und
angeschwollen. Die Patientin litt an sehr heftiger Stranguria. Nachdem nun innerlich kühlende krampe
stillende Mittel und äusserlich erweichende Ueberschläge erfolglos angewandt waren, wurde ein zweiter
Arzt hinzugezogen. Auf dessen Rath wurden wiederholt, aber ohne allen Erfolg, Repositionsversuche
angestellt. Die Frau starb am dritten Tage.
Be 1 der Section fand man eine frische Peritonitis und starken Moteorismus der Gedärme.
Der im Becken eingekeilte Uterus sah blau aus.
Die Frucht lag mit dem Kopfe nach abwärts, war V« Elle lang und männlichen Geschlechts-
Die sehr ausgedehnte Harnblase soll 10 Pfund Harn enthalten haben.
Diese üblen Zufälle treten jedoch nur in wenigen Fällen auf, und ist es mir trotz sorgfältigen'
Suchen nur gelungen, in der Literatur diese wenigen Fälle aufzufinden.
HI. Oder endlich, es erreicht die Schwangerschaft, in dem mehr oder weniger weil durch di«
Schamspalte prolabirten Uterus ihr normales Ende, oder der Uterus tritt erst unter der Geburt durch
die Schamspalte hervor.
Da hier nun immer Kunsthülfe nöthig, wird es nicht ohne Interesse sein, auch einige der
prägnantesten Fälle dieser Art aufzuführen.
Zunächst möchte ich einen Fall roittheilen, der mir gütigst von einem hiesigen Geburtshelfer,
dem Dr. Freese, mitgetheilt wurde.
Es wurde derselbe an das Kreissbett einer armen Frau eines Eisenhahnangestelllen gerufen-
Dieselbe, 21 Jahre alt, litt seit ihrer ersten Geburt an einem starken Prolapsus uteri.

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