Die ementhümlichen blauen, wie Sugillationen aussehenden, Flecken in der
Haut, welche Weiland erwähnt, und die wohl als ein Zeichen der eingetretenen Blut
dissolution anzusehen sind, fand ich bei 2 Kranken in den letzten Tagen vor dem
Tode. Dieselben hatten ihren Sitz nicht auf den Nates, sondern auf, nicht dem Druck
ausgesetzten Stellen der unteren Extremitäten und einmal ebenfalls im Gesichte.
Ausser dem früher besprochenen Zusammentreffen von Typhus und auf acuten
Gelenkrheumatismus zurückzuführenden Gelenkskrankheiten zeigten 2 Kranke, ein
Männlicher und ein weiblicher, die beide nur einen mässig schweren Typhus durch
dachten, deutlich die Symptome einer Coxitis, welche bei ersterem doppelseitig, bei
letzterer einseitig auftrat. Einmal trat dieselbe auf während der vollkommenen Re-
c °nvalescenz, das andere Mal auf der Höhe des Fiebers in dem einen und etwa
8 Tage später, nachdem die Temperatur schon gesunken war, in dem anderen Gelenke,
ln beiden Fällen erfolgte bei zweckmässiger Behandlung vollkommene Heilung in
Wenigen Wochen. Letzterer Umstand möchte Zweifel an der Richtigkeit der
Diagnose aufkommen und vielleicht eine begangene Verwechselung mit Ischias ver-
Muthen lassen, deshalb hebe ich hervor, dass die Anwesenheit aller für die Coxitis
als characteristisch geltender Momente das Bestehen derselben unzweifelhaft machte.
Symptome, welche auf eine Betheiligung des Nervensystems an dem typhösen
Krankheitsprocesse schliessen Hessen, habe ich bei 2o Kranken zu erwähnen. Bei 9
derselben deuteten sie auf psychische Störungen, bei 16 auf Sensibilitätsanomalien.
Letztere fallen mehr oder weniger in das Gebiet der Neuialgien, wenigstens lässt sich
die grösste Mehrzahl derselben mit irgend welchem Anspruch auf Richtigkeit unter
deiner anderen Gruppe unterbringen. 2 Neuralgien betrafen den N. ischiadicus einer
keite. Eine entstand etwa gleichzeitig mit dem lyphus und hielt an bis zu der nach
tangern Kranksein erfolgenden Genesung, eine zweite entstand während des späteren
Verlaufes eines sehr schweren Typhus und hielt an bis zum 1 odestage. ln beiden
Fällen war der Krankheitsverlauf durch verschiedene schwere Complicationen, beson
ders auch durch Albuminurie gestört gewesen. 3 mal trat die Neuralgie auf unter
der Form einer Lumbago, welche 2 mal auf hörte mit dem Aufhören des Fiebers,
e Mmal erst nach langem Bestehen, nachdem ein grosser Decubitus auf dem Kreuzbein,
Welches vor der Aufnahme ins Krankenhaus schon entstanden war, annähernd ver
erbt war und gleichzeitig viele Wochen lang andauernde Diarrhöen mit wiederholten
kleinen Blutbeimischungen aufgehört hatten.
Heftige und andauernde Schmerzen im linken Hypochondrium zeigten sich
Während der langsamen Reconvalescenz von einem Typhus schwersten Grades bei
e inem Kranken, bei dem eine entschiedene hypertrophische Milz zurückgeblieben war.
Letztere überragte den Rippenrand und war auch druckempfindlich. Der Kranke
Sollte in früheren Jahren wiederholte Anfälle von Intermittens überstanden haben
Ur »d hatte auch hier mehrmals Schüttelfröste u. s. w., welche Zustände oben bei der

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