vollkommenen abgelaufenen Typhus erkennen, ausserdem fand sich, wie erwartet, ein
totales rechtsseitiges Empyem, frische linksseitige Pleuritis mit gleichfalls massigem
serösen Exsudat und dem beschriebenen Senkungsabscess.
Haemoptoe kam 2 mal vor bei einer Kranken, bei der beginnende Tubercu-
l°se diagnosticirt werden konnte, ohne zum lode zu führen.
In Bezug auf die Circulationsorgane, die Complication des Typhus mit Herz
fehlern siehe oben, muss ich einer auffallenden Incongruenz der Pulsfrequenz und
der Temperaturhöhe erwähnen, welche bei einem fast durchaus normal verlaufenden
Typhus beobachtet wurde. Erstere betrug nemlich bei-einer durchschnittlichen abend
lichen Körpertemperatur von 40° und mehr andauernd nur 60 bis 72 Schläge in
der Minute.
Pyaemie mit tödtlichem Ausgange kam ausgesprochen 2 mal bei jungen Weib
chen Kranken zur Beobachtung. Einmal war sie entschieden bedingt durch ausge-
Ceiteten gangränösen Decubitus, der sich im Verlaufe eines gänzlich vernachlässigten
Typhus, der von dem behandelnden Arzte für „Lungenschwindsucht“ erklärt worden
' v ar, während eines neunwöchentlichen Krankenlagers ausgebildet hatte. Die in gänz-
Heh verwahrlostem Zustande ins Krankenhaus aufgenommene Kranke lag von Anfang
an hoffnungslos darnieder und konnte während ihres 12tägigen Aufenthaltes nicht
e, *unal eine vorübero-ehende Besserung erzielt werden. Die Section wies, ausser den
Residuen eines ungefähr abgelaufenen Typhus, viele kleine bis wallnussgrosse meta
statische Abscesse in beiden im Uebrigen gesunden Lungen nach. Der 2. Fall ist
schon früher, bei den Erkrankungen des Kehlkopfes, besprochen. Derselbe führte
Unmittelbar durch Erstickung zum Tode, nachdem schon deutliche Zeichen von
Tyaemie aufgetreten waren, die wahrscheinlich zurückzuführen sind auf einen kleinen
Ünterhautzellgewebsabscess in der rechten Schläfengegend, der sich aus einer zu An
fang der Krankheit erhaltenen kleinen Contusionswunde entwickelt hatte. Ein dritter
p all ist wahrscheinlich ebenfalls als Pyaemie aufzufassen. Es ist der schon bei der
implication von Tuberculose und Typhus, sowie bei der Betheiligung der Zellen der
^»tzenfortsätze an der Entzündung des Mittelohres bei Typhus erwähnte Fall, welcher
schliesslich nach Bildung sehr verbreiteter Unterhautzellgewebsabscesse im Zustande
'Vollständiger Erschöpfung zu Grunde ging.
Bei 4 jungen Mädchen, die sämmtlich einen Typhus leichten Grades durch
wachen hatten, wurden gleich bei ihrer Aufnahme Geschwüre an den äusseren
feeschlechtstheilen bemerkt, welche manches Auflallende darboten. Der Sitz derselben
vv aren correspondirende Stellen an der Innenfläche beider kleinen Labien; die Ge-
schwüre selbst waren rund, bis schillingsgross, mit scharfen Rändern versehen, der
V(, rtiefte Grund bedeckt von einem weisslichen, diphtheritisch aussehenden Belag.
Bie umgebenden Theile waren bei allen geschwollen und äusserst schmerzhaft. Nach
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