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durch die physicalische Untersuchungsmethode nachweisen zu lassen. — Die grosse
Gefährlichkeit dieser Complicationen, resp. solches Typhusverlaufes, welcher die Ent
wickelung von Hypostasen überhaupt gestattet, ergiebt sich leicht bei Betrachtung
der Mortalitätsverhältnisse. Von den 20 Kranken, bei denen Hypostasen erweislich
bestanden, starben 12, also fast zwei Drittel aller, mehr oder weniger direct in Folge
dieser Complication. Will man einen Unterschied machen zwischen wirklichen hy
postatischen Pneumonien und denjenigen Zuständen, die man als hypostatische Hy
perämien und Oedema bezeichnen möchte, so gehören 12 Fälle mit 7 Todesfällen
der ersten, 8 Fälle mit 5 Todesfällen der letzten Gattung an. Aus diesen Zahlen
ergiebt sich, dass beide Formen, welche auch wohl nur als verschiedene Grade des
selben Krankheitsprocesses anzusehen sind, nahe zu in gleicher Stärke die normale
Functionirung des Organismus beeinträchtigen und in Bezug auf ihre Gefährlichkeit
nicht wesentlich von einander abweichen.
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Geringere pleuritische Entzündungen kamen öfter vor, theils gleichzeitig mit
Pneumonien, theils ohne dieselben, meistens erlangten dieselben jedoch keine Bedeu
tung in Bezug auf den Verlauf der Typhen. Grössere pleuritische Exsudate, von
denen 5 erkannt wurden, verhielten sich in dieser Hinsicht anders. Eins entwickelte
sich neben einer croupösen Pneumonie, widerstand nach deren Heilung längere Zeit
der Resorption und verzögerte dadurch die Genesung erheblich; ein zweites begleitete
eine hypostatische Pneumonie und erwies sich so hartnäckig, dass der Kranke erst
nach- 107tägigem Aufenthalte entlassen werden konnte 2 andere ebenfalls mit hy
postatischen Pneumonien einher gehend, mögen nicht unwesentlich zur Beschleunigung
des lethalen Endes beigetragen haben. Endlich bei einem 5. Kranken entstand wäh
rend der Reconvalescenz von einem schwer fieberhaften Typhus ein rechtsseitiges
grösseres Pleura-Exsudat, welches nach einigen Tagen so bedrohliche Erscheinungen
machte, dass die Thoracocenthese vorgenommen werden musste. Um die Gefahren
einer zu plötzlichen gänzlichen Entleerung zu vermeiden, wurden nur etwa 500 Grrnin.
seröser Flüssigkeit entleert, sodann die mit Hautverschiebung gemachte Einstichswunde
geschlossen. Der trotzdem noch bedeutende Druck, unter dem die rüekgebliebene
Flüssigkeitsmenge stand, verhinderte einen vollständigen Verschluss der Wunde, so
dass fortwährend unter dem Lister’schen Carbolsäure-Verband Flüssigkeit abtropfte,
ausserdem aber auch eine Senkung der Flüssigkeit im Unterhautzellgewebe längs der
äusseren Seite der Brust und des Unterleibes sich entwickelte, welche schliesslich sich
in einen Senkungsabscess umwandelte, der in der Nähe des Crista ossi ilei perforirte.
Das seröse Pleura-Exsudat verwandelte sich allmälich in ein eitriges und unter be
ständigem Fieber siechte der Kranke, welcher sich weigerte, weitere Operationen an
sich vornehmen zu lassen, dahin. 16 Tage nach der Thoracocenthese entwickelte
sich linkerseits ebenfalls eine starke exsudative Pleuritis, in Folge davon rasch unter
dem Zeichen der insufficienten Athmung der Tod erfolgte. Die Section Hess einen

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