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Setzung ganzer Lungentheile, welche bald mehr das klinische Bild einer croupösen
Pneumonie darboten, bald mehr als Hypostasen resp. hypostatische Pneumonien auf
zulassen waren, konnten mit Sicherheit durch die physicalische Untersuchung nach
gewiesen werden in 29 Fällen. Die Section lieferte in 14 Fällen den Beweis für die
Richtigkeit der Diagnose, die übrigen genasen.
7 mal trugen die, immer nur einen einzelnen Lungenlappen ganz oder theil-
Weise begreifenden Verdichtungen, nach der Gesammtheit der subjective» und beson
ders der objectiven Symptome, den Charakter einer croupösen Pneumonie. Alle, bis
auf 2, welche auf der Höhe des Fieberprocesses zum Ausbruch kamen, traten auf zu
einer Zeit, wo theils eine deutliche Abnahme des Fiebers schon die beginnende Re-
convalescenz andeuteten, theils das Fieber schon gänzlich oder fast gänzlich aufgehört,
hatte. Das erste Symptom der eingetretenen Pneumonie war 'in den meisten Fällen
eine erneute Steigerung der Körpertemperatur. 2^ dieser Kranken starben und war
Wahrscheinlich die durch die Section bestätigte Pneumonie mehr oder weniger direct,
betheiligt an dem lethalen Ausgange Beide Typhen gehörten den schwersten Formen
an , der eine führte nach kurzem rapidem Verlaufe zum Tode und ergab die Section
kaum begonnene Geschwürsbildung im Ileum, der andere nach einem langen, durch
^schöpfende Diarrhöen und wiederholte Nachschübe gestörtem Verlaufe. Im letzteren
Palle ergab die Section, neben einem lleo-Typhus auf dem Uebergange von der ersten
zur zweiten Periode, eine enorm ausgedehnte Geschwürsbildung im Dickdarm, welche
s Rh vorn Coecum bis in’s Rectum erstreckte. Die übrigen 5 Fälle endeten, obwohl
hei dem einen zu der Pneumonie sich ein bedeutendes pleuritisches Exsudat gesellt
hatte, mit vollkommener Genesung, wenn auch alle nach langer Krankheitsdauer.
Nb. Die oben erwähnte, einmal einen Typhus einleitende croupöse Pneumonie habe
lc h hier ausser Acht gelassen.
Eine weit grössere Gefahr für die Kranken als das Auftreten croupöser Pneu
monien bedingten während der verflossenen Epidemie diejenigen Erkrankungen der
Lungen, welche mehr den Character der Hypostasen trugen, mag man dieselben nun
auffassen als hypostatische Hyperämien resp. Oedema oder, wenigstens die höheren
Grade, als hypostatische Pneumonien. — Im wesentlichen haben dieselben, wie sie
Renn ja auch als auf derselben Basis, d. h. dein schwer fieberhaften Krankheitspro-
Cesse des Typhus an sich entstanden anzusehen sind, je nach Massgabe ihrer Aus
dehnung denselben Effect, nemlich eine Ausserfunctionsetzung eines grösseren oder
kleineren Lungenabschnittes und entsprechende Störung der Circulation. Sämmtliche
20 Kranke, bei denen diese Form der Erkrankung mit Sicherheit klinisch resp. auf
dem Sectionstisch nachgewiesen werden konnte, boten das Bild der schwersten Er
krankungen dar. Dreimal gesellten sich ausser verschiedenen anderen Complicationen
grössere pleuritische Exsudate hinzu. Weniger ausgedehnte Hypostasen mögen weit
Öfter vorgekommen sein, jedoch konnten dieselben nur vermuthet werden, ohne sich
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