Erscheinungen des Kehlkopfleidens gänzlich in den Hintergrund getreten waren, nach
langem Krankenlager, während dessen sich ein an Pyämie erinnernder Zustand, sowie
eine chronische ulcerative Pneumonie entwickelt hatte. Der dritte starb ebenfalls,
am 19. Krankheitstage, aut der Höhe des unter stürmischen Symptomen verlaufenden
Typhus, plötzlich unter den Erscheinungen der insufficienten Athmung. Die Section
ergab ausser einem Ileotyphus der ersten Periode eine mässig starke catarrhalische
Schwellung der Kehlkopfschleimhaut, welche dessen Wegsamkeit nicht aufhob, da
gegen aber eine ausserordentlich starke Hyperämie der Lungen, welche nur wenig
Luft enthielten. — Eine vierte Kranke, die an einem Typhus schwersten Grades ge
litten hatte, der durch starken Bronchialcatarrh, mit folgenden hypostatischen Pneu
monien, Meteorismus, starken Durchfällen, Erysipel und mehrfachen grossen phleg
monösen Unterhautzellgewebsabscessen, sowie in der letzten Zeit durch eine mit Ath-
mungsbeschwerden verbundene Laryngitis, complicirt gewesen war, trat am 32. Krank
heitstage, nachdem ein Schüttelfrost das Bild der Pyämie vervollständigt hatte, plötz
lich durch Erstickung der Tod ein. Der Anfall von starker Athemnoth erfolgte früh
Morgens und starb die Kranke, bevor man zur Tracheotomie hatte schreiten können.
Die Section ergab eine Perichondritis laryngea, Abhebung der Kehlkopfschleimhaut
der linken Seite von dem anscheinend gesunden Knorpel durch einen bedeutend
grossen und schon in den Oesophagus perforirten Abscess, Anschwellung der Epiglottis
und der Ligg. aryepiglottica, beträchtliche Ulceration des linken Stimmbandes und
eine Ansammlung von reichlichem eitrigen Schleime im freien Theile des Kehlkopfes.
Der (Ileo)-Typhus an sich war überstanden, die geheilten Darmgeschwüre nur noch
an der Pigmentirung der Plaques erkennbar.
Grosse Beachtung verdient meiner Meinung nach der beim Typhus so häufig
vorkommende Bronchialcatarrh, sobald er das gewöhnliche Maass überschreitet, denn
sehr oft ist es das die Entstehung an sich schwererer Erkrankungen der Lungen be
günstigende und vorbereitende Element. Es ist dies leicht erklärlich, wenn man be
denkt, wie grosse Störungen in der Respiration und darnach der Blutcirculation
schon ein blosser stärkerer Catarrh der Bronchien zu verursachen im Stande ist. So
beobachtete ich bei einer ganzen Reihe von Typhuskranken, schweren sowohl, wie
leichteren, eine auflallend starke Cyanose des Gesichtes, ohne dass die physicalische
Untersuchung Verdichtungen der Lungen oder anderes als Catarrh nachweisen konnte.
Bei manchen derselben konnte die Cyanose ziemlich rasch zum wenigstens vorüber,
gehenden Verschwinden gebracht werden, wenn es gelang, die Kranken zu anhalten
dem tiefen Inspiriren zu bewegen. 49 Kranke litten an stärkeren Graden von Bron
chialcatarrh und gehörten 14 derselben zu der Zahl der 21 Gestorbenen. Die übrigen
gehörten ebenfalls der grossen Mehrzahl nach zu den Schwerkranken, wenige zu den
leichter Erkrankten.
Verdichtungen des Lungengewebes selbst und dadurch bedingte Ausserfunction-

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