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Genesung höchst unwahrscheinlich. Dagegen gelang es nicht, irgend einen haltbaren
Grund für obige Erscheinungen aufzufinden.
Icterus massigen Grades kam zweimal zur Beobachtung; einmal schien er dem
Ausbruche des Typhus vorher gegangen zu sein und verschwand, bevor derselbe seine
Höhe erreicht hatte, ein anderes mal gesellte er sich zu hartnäckigem Erbrechen wäh
rend der Reconvalescenz von einem sehr schweren und ^mehrmals recidivirenden
Typhus, ln keinem Falle war eine störende Einwirkung desselben resp. der ihn be
dingenden Ursache auf den Verlauf des Typhus ersichtlich.
Beachtenswerthe Albuminurie fand sich bei 18 Kranken, welche sämmtlich, bis
auf einen, Typhen schwersten Grades und der Mehrzahl nach ausserdem durch ander
weitige Complicationen gestörte, durchzumachen hatten. Die Albuminurie ihrerseits
tr ug entschieden wieder dazu bei, die Fälle noch schwerer zu machen und besonders
die Entkräftung des Patienten zu erhöhen; weshalb .sie stets eine unwillkommene Er
scheinung war. Ob Albuminurie bei bestimmten Formen von Typhus, resp. bei
gleichzeitigem Vorhandensein anderer bestimmter Complicationen besonders häufig
auftrete, kann ich nach Massgabe meines kleinen Materials weder bejahen, noch ver
einen. Bei durch Darmblutungen complicirten Fällen sah ich 2 mal eine starke
Albuminurie. — Die Menge des entleerten Albumen war bei den einzelnen Kranken
verschieden, bei einigen war sie nur eine geringfügige zu nennen, bei anderen schien
sie, wenigstens nach oberflächlicher Schätzung, fast die der parenchymatösen Nephritis
zu erreichen, ln den zur Genesung führenden 12 Fällen bestand die Albuminurie
verschieden lange, verschwand mit der zunehmenden Besserung und hatte bei der
Entlassung gänzlich aufgehört. In den übrigen 6 Fällen, von denen 4 unter stürmi
schen Erscheinungen, 2 dagegen nach langem erschöpfendem Fieber u. s w. zum Tode
führten, war der Ausgang ein lethaler, wahrscheinlich, wenigstens in den letzten Fällen
begünstigt durch die Albuminurie.
Von grossem Einfluss auf den Verlauf des typhus zeigten sich stets diejenigen
systematischen Complicationen, welche durch die verschiedenen Formen von, wenn
ich so sagen darf, über das Maass hinausgehenden Erkrankungen der Respirations-
° r gane, bedingt wurden. Wie bei den anderen Complicationen beabsichtige ich hier
Weniger Theorien über das gerade beim Typhus häufige Zustandekommen dieser Art
Von Complicationen aufzustellen, resp. das darüber Bekannte einer Besprechung zu
unterziehen, als nach Massgabe meiner Aufzeichnungen die Einwirkung zu besprechen,
Welche sie auf den Verlauf des Typhus auszuüben im Stande sind, somit also ihren
Einfluss auf die Schwere des Verlaufes und die Mortalität des Typhus zu beurtheilen.
Erkrankungen der Kehlkopfschleimhaut wurde bei 4 Kranken beobachtet; sie äusserten
sieh bei 3 derselben unter den Symptomen eines Laryngitis catarrhalis. Von diesen
3 genas einer, welcher zugleich an der oben erwähnten catarrhalischen Affection des
Mundes und Rachens litt, wenn auch nur langsam. Der zweite starb, nachdem die
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