aber fast immer eine merkliche Temperaturabnahme. Alle Darmblutungen erwiesen
sich als eine äusserst gefährliche Complication, welche entweder einen bis dahin re.
gulairen Typhus zu einem äusserst schweren, oder einen an sich schon schweren zu
einem fast hoffnungslosen zu machen im Stande waren. — Bei 3 dieser Kranken blieb
es nicht bei einer einmaligen Blutung, sondern es wiederholten sich dieselben bei
2 Kranken je einmal, bei einem zweimal, so dass in Wirklichkeit 14 mal Darmblu
tungen vorkamen. Der Zeitpunkt des Eintritts der Blutung in Bezug auf die vorher
gehende Krankheitsdauer Hess sich in 3 Fällen nicht fest stellen wegen fehlender
Anamnese. Bei dem ersten hatte die Blutung am Tage der Aufnahme ins Kranken
haus statt gehabt, Patient befand sich deshalb in höchst collabirtem Zustande und
starb nach einem 36stündigen Aufenthalte. Die Section wies einen lleotyphus im
Stadium der Schorfbildung nach. Bei dem 2. erfolgten in den 3 ersten Tagen nach
seiner Aufnahme mehrfache blutige Entleerungen, die dann sistirten, um nach 12 Ta
gen sich zu wiederholen. Auch dieser Kranke starb nach öOtägigem Aufenthalte an
Erschöpfung. Section: lleotyphus irn Stadium der bereits erfolgten Abstossung der
Schorfe. Bei dem dritten Kranken trat die Blutung ein am 3. Tage nach der Auf
nahme und wiederholte sich am 12. und am 15. Tage, Tod am folgenden Ta^e nach
der letzten Blutung. Section: Ileo-Colotyphus im Uebergangsstadium von der ersten
zur zweiten Periode. Bei den übrigen 7 Kranken, bei denen sich die Krankheits
dauer feststellen Hess, trat die Darmblutung ein am 6., 8., 11., 14., 15 und bei den
selben wiederholt am 42., am 26. und 52. Tage nach Beginn der Krankheit. Von
diesen letzteren starben 2, einer auf der Höhe der Krankheit, ohne dass ein Grad
der Blutung gefunden werden konnte, da noch keine eigentliche Geschwürsbildung
vorhanden war, einer nach einem erschöpfenden Krankheitsverlaufe 2 Tage nach der
am 52. läge erfolgten Blutung. Die Section wies einen vollkommen abgelaufenen
Typhus nach, die Darmgeschwüre waren gänzlich vernarbt, nur im unteren Theile
des Dünndarms und oberen Theile des Dickdarms fand sich eine hochgradige Schwel
lung und Auflockerung der Schleimhaut. Die Section der unmittelbar oder 5 mittel
bar nach Darmblutungen Gestorbenen wies also nur einmal einen Colotyphus nach;
ob bei den andern 5 trotz der Darmblutungen Genesenen diese Krankheitsform Vor
gelegen, blieb natürlich zweifelhaft.
Verdacht auf Perforationsperitonitis erhob sich in einem Falle. Ein junger
Mann, der einen unter sehr stürmischen Erscheinungen verlaufenen schweren Typhus
nahe zu überstanden zu haben schien, bekam plötzlich einen heftigen Schüttelfrost
und starke besonders auf die Blasengegend localisirte Leibschmerzen. Reflexspannung
der Bauchdecken, Erbrechen, Blutharnen, kleiner frequenter Puls, Temperatursteigerung
vollendeten das Krankheitsbild. Der filtrirte Urin enthielt viel Albumen. Die Diagnose
Peritonitis wurde, als nach auffallend kurzer Zeit ein .Nachlass dieser beunruhigenden
Symptome eintrat, wieder zweifelhaft und wegen der bald erfolgenden vollständigen

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