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Regel nicht in allen Fällen von Typhus sich bewahrheitet. Ebenso wurden einzelne
Kranke, welche auf das Bestimmteste behaupteten, erst 1 oder 2 Tage krank gewesen
zu sein, mit Temperaturen von 40° und mehr aufgenommen. — Einmal beobachtete
ich bei einem Recidiv das regelmässige Aufsteigen der Temperatur wie beim Initial
stadium der Krankheit in vollkommen ausgeprägter, mehrmals dagegen in mehr oder
weniger modiücirter und unregelmässiger Weise:
Hieran schliesse ich noch einige Bemerkungen, welche auf die von mir beob
achteten Temperaturverhältnisse sich beziehend, sich begründen auf die von mir ge
sammelten Ternperaturcurven und, wenn sie auch zum grossen Theil schon Bekanntes
enthalten, doch vielleicht einige Beachtung verdienen.
Ein allmähliches und regelmässiges Ansteigen der Körpertemperatur, selbst bis
zu bedeutenden Höhen, aber mit, wenn ich so sagen darf, normalen Differenzen
zwischen Abend- und Morgentemperatur erschien mir irn Allgemeinen von guter Vor
bedeutung; gewöhnlich schloss sich daran ein allmähliches zur rechten Zeit eintre-
tbhdes Sinken der Temperatur und verliefen solche Fälle meistens, wenn auch unter
schweren Fiebersymptomen, doch regelmässig und ohne besondere Complicationen.
Dagegen deutete gewöhnlich eine unregelmässige Temperaturcurve, z. B. mit unbe
deutenden, oder gar keinen Morgenremissionen, besonders wenn die so gebildete fast
geradlinige Curve mehrere Tage hindurch Temperaturen von 40 bis 41° anzeigte,
immer auf eine schwere Erkrankung. Ebenso von ungünstiger Vorbedeutung war
mehrfach eine Temperaturcurve, welche ein so vollständig unregelmässiges Verhältniss
der einzelnen Abend- und der Morgentemperaturen zu einander anzeigten, dass man
fast sich versucht fühlbn konnte, an der Richtigkeit der Diagnose zu zweifeln. Leider
wurde letztere durch die Section einige Male bestätigt. —
Je höher die Temperatur gleich im Anfang der Krankheit ist, desto ungün
stiger muSs, wenn nicht schon frühzeitig wieder ein durchstehender Abfall eintritt,
im Allgemeinen die Prognose gestellt werden. Besonders scheint eine Temperatur
höhe von 40 bis 41° und mehr, wenn sie schon in der ersten Zeit der Krankheit
beobachtet wird, und nicht nur sich einige Zeit auf dieser Höhe hält, sondern auch
selbst durch energische und wiederholte therapeutische Eingriffe nur vorübergehend
und ungenügend herabgesetzt werden kann, immer ein Zeichen der schwersten Krank
heitsformen zu sein, namentlich auch das Eintreten schwerer Complicationen zu be
günstigen.
Als ein günstiges Zeichen muss das Eintreten grösserer Morgenremissionen,
besonders, wenn dieselben bis zur Normaltemperatur gehen, oder mehrere Tage nach
einander wiederkehren, angeseheh werden, selbst wenn die Abendtemperatur wieder
die vorige Höhe erreicht, oder gar, wie dieses mehrmals vorgekommen ist, darüber
hinausgeht; denn gewöhnlich bald darnach pflegen die nächtlichen und mittäglichen
Temperaturen und zuletzt auch die abendlichen herunter zu gehen. Treten grössere

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