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gleichfalls aufgestellte Hypothese: Sinus-Thrombose in Folge von Caries oss. petros.
blieb aus demselben Grunde ohne Erledigung.
Bei 3 Kranken wurde eine Combination von Typhus und Lungentuberculose
beobachtet. Ein 19jähriges Mädchen, dessen Schwester „an der Schwindsucht“ ge
storben sein sollte, wurde mit allen Symptomen eines schweren Typhus aufgenommen,
welcher, unter freilich sehr, hohem Fieber, aber sonst ohne wesentliche Störungen
verlief, bis man plötzlich am 33. Krankheits- und 25. Aufenthaltstage durch eine hef
tige Hämoptoe, die sich nach resp. 6 und 7 Tagen wiederholte, auf das Bestehen einer
organischen Lungenerkrankung hingewiesen wurde. Die physicalische Untersuchung,
welche anfänglich sehr schwierig war, liess allmählich deutlicher eine tuberculöse Er
krankung des rechten oberen Lungenlappens erkennen, die aber noch keine
bedeutende Ausdehnung erreicht hatte. Die Reconvalescenz war eine langsame, aber
stetig fortschreitende und konnte Patientin erst 4 Wochen nach der letzten Hämoptoe
auf dringenden Wunsch ihrer Angehörigen zu denselben entlassen worden.
Bei den beiden anderen 22 und 23 Jahre alten Männern, welche nach einem
langen, erschöpfenden und durch die mannichfachsten symptomatischen Complicationen
gestörten Verlauf erlagen, war die beginnende chronische Pneumonie, welche bei
beiden schon zur Bildung kleiner Cavernen in den oberen Lungenlappen geführt
hatte, nur ein zufälliges Sectionsergebniss.
Einmal, bei einem 23jährigen Manne wurde, wenn ich so sagen darf, der
Typhus eingeleitet durch eine ausgesprochene croupÖse Pneumonie des linken unteren
Lungenlappens und erst, als nach eingetretener Lösung und dem völligen Rückgang
der Pneumonie der so characteristische Temperaturabfall nicht erfolgte, sondern die
Temperaturcurve mehr das beim Typhus gewöhnliche Verhalten zeigte, wurde das
bis dahin nur vermuthete, gleichzeitige Bestehen eines Typhus durch das deutlichere
Hervortreten der sonstigen Symptome zur Gewissheit. Nach mässig schwerem, durch
keine weiteren Complicationen gestörten Verlaufe konnte Patient nach sechswöchent
lichem Aufenthalte geheilt entlassen werden. —
Bei einer anderen Kranken schien der Typhus eingeleitet worden zu sein
durch eine linksseitige Pleuritis, die nicht nur von dem behandelnden Arzte beob
achtet worden war, sondern auch noch hier sich nachweisen liess. Neben dieser sollte
schon wochenlang ein unbestimmtes fieberhaftes Unwohlsein bestanden haben, welches
etwa 8 Tage vor der Aufnahme einen typhösen Charakter annahm. Der unzweifel
haft bestehende Typhus verlief unter dem Bilde eines sehr schweren Allgemeinleidens
mit sehr hohen Temperaturen, führte jedoch verhältnissmässig rasch zur Genesung,
so dass die Kranke schon nach dreiwöchentlichem Aufenthalte der weiteren Pflege
ihrer Angehörigen übergeben werden konnte. —
Ein 48jähriger, fast moribund aufgenommener Kranker, dessen Typhus trotz
dem leicht zu diagnosticiren war, starb am 4. Tage unter den Erscheinungen der in-

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