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erblassen weniger; die Zellen verschwinden, die Zellenkerne dagegen treten als dunkle, längliche Körper
•ervor, die Kernkörperchen bleiben sichtbar. Zürn Zwecke der Isolirung der einzelnen Elemente des
Bandes wandte ich die Kühnesche Methode zur Isolation der Muskelfasern an und beobachtete Folgendes:
Ich nahm ein Stuck (1 Zoll lang und V 4 Zoll im Durchmesser) vom Eig. nuchae eines Rindsembryo von
7" nnd legte es in Schwefelsäure von ü,t %, nachdem es 24 Stunden darin gelegen hatte, liess ich es
1 Stunde in warmem Wasser liegen und darauf 24 Stunden in Salzlösung. Es erschien jetzt als eine
weiche aufgequollene Masse, ich schüttelte diese in warmen Wasser, worauf dieselbe sich vollkommen
auflöste. Man sieht aus dem Angeführten, dass die unentwickelten elastischen Fasern in chemischer Be
ziehung sich wesentlich verschieden verhalten von den entwickelten.
Ich lasse jetzt eine Beschreibung der verschiedenen Entwicklungsstadien des embryonalen
Nackenbandes folgen.
Das Ltg. nuchae von Embryonen, welche eine Länge von 1-3" haben, ist eine unbestimmte
Masse ohne jede Längssire. fung. Die Zellen, welche sich in diesem Gewebe befinden, sind von ver
schiedener Form, theils spindelförmig, theils oval oder rund. Es gelingt kaum, auch wem. man das
Ligamentum m Chromsäure erhärtet hat, einzelne Zellen zu isoliren. Von elastischen Fasern ist in diesem
btadium keine Spur sichtbar, selbst nicht nach Behandlung mit kaustischem Kali. Es bietes dieses Stadium
keinen Anhalt für die Erforschung der Entstehung der elastischen Fasern. Erst Embryonen von 4—10''
sind für solche Untersuchungen tauglich. Das Lig. nuchae von Embryonen in diesem Stadium zeigt sich-
Irisch unter das Mikroskop gebracht, als eine längsstreifige Masse, welche aus Zellen, Intercellularsub-
stanz und elastischen Fasern besteht. Letztere sind ... Embryonen von 4- 6" an frischen Präparaten
noch wenig sichtbar. Demnach macht dieses Gewebe durchaus den Eindruck eines jungen Sehnen-
gewebes. I),e Zellen, welche sich leicht isoliren lassen, sind spindelförmig, oval oder rund. Die spin
delförmigen Zellen zeigen isolirt in den meisten Fällen feine Ausläufer. Die Zellen laufen grösstentheils
(er Langsachse des Bandes parallel und zeigen eine reihenförmige Anordnung; namentlich sind es die
pindelzellen, welche diese Lage und Anordnung beobachten. Die Zwischensubstanz ist eine längsstreifige
Masse in welcher, weniger sichtbar wie die andern Theile, elastische Fasern verlaufen und zwar in der
selben Weise wie die Spmdelzellen, nämlich parallel der Längsachse dos Bandes.
Die späteren Stadien, Embryonen von 1-1'/.'und mehr, zeigen noch dieselben Elemente, doch
-ahl der Zellen eine geringere, die Masse der Zwischensubstanz bedeutend weniger geworden,
on der Zwischensubstanz findet man in Embryonen von 2-2%' nur noch Spuren. Die Spindelzellen
smd schmäler und schlanker wie in den früheren Stadien und es ist namentlich der Kerp welcher sich
bedeutend verschmälert hat, so dass er die Breite der Zelle nicht mehr ausfüllt. Die runden und ovalen
Bindegewebszellen sind kleiner geworden. Die elastischen Fasern haben sowohl an Dicke als auch au
Zahl zugenommen und bilden in Embryonen von 2' an die Hauptmasse des Bandes.
Wenn ich soeben eine kurze Beschreibung der verschiedenen Entwicklungsstadien des embryo
nalen Lig. nuchae gegeben habe, so gehe ich jetzt zu einer eingehenderen Beschreibung derjenigen Theile
des Nackenbandes über, welche bei der Frage über die Entstehung der elastischen Fasern besonders in
Betracht kommen, nämlich der Zellen nnd der elastischen Fasern selbst.
Die Lage und Anordnung der Zellen des embryonalen elastischen Gewebes habe ich bereits
c en beschrieben. Was die Form der Zellen betrifft, so ist diese nicht allein in verschiedenen Entwick-

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