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Die Putzmacherin M. ß. aus Borgdorff, 22 Jahr all, hat als zehnjähriges Kind die Masern tiber
standen, will im Uebrigen jedoch stets gesund gewesen sein Dieselbe ist mit zahllosen Mutlermälern
von gelblich bis bräunlicher Färbung geboren, wovon die grösste Anzahl von Stecknadel- bis Hirsekorn-Grösse,
einige wenige von Hasel- bis Wallnuss-Grösse auf dem Rumpfe sich befinden, das grösste Muttermal sich
jedoch von der Mitte der rechten Hinterbacke Uber die hintere und seitliche Fläche des ganzen Ober
schenkels bis über die Fossa poplilea hinaus erstreckt Dabei zeigte sich schon von der Geburt an die
ganze rechte Extremität, die rechte Becken- und Hüflgegend mit inbegriffen, dicker und unförmlicher wie
die linke. Im zweiten Jahr lernte Patientin gehen und hat seit der Zeit bis jetzt die difforme Extremi
tät ebenso gut gebrauchen können, wie die gesunde. Die Menstruation stellte sich im 17len Lebensjahre
ein und ist von der Zeit regelmässig geblieben Vor drei Jahren bemerkte die Kranke, dass an der
Grenze des untern und mitllern Drilltheils des rechten Oberschenkels sich verschiedene Knoten bildeten,
welche allmählig, jedoch ohne Schmerzen, wuchsen und die äussere und hauptsächlich die hintere Fläche
desselben entnahmen. —
Vor 14 Tagen ulcerirle an mehreren Stellen die Oberhaut des rechten Oberschenkels etwas ober
halb der Fossa poplitea und liess in Folge dessen Patientin sich im hiesigen Krankenhause aufnehmen.
Der Vater des Mädchens ist an Phthisis gestorben, die Mutter ist gesund, von 10 Geschwistern der Pa
tientin sind zwei im Alter von resp. 5 und 13 Jahren gestorben. Weder die Ellern, noch die Geschwister
haben nach Aussage der Patientin an Naevus oder sonstigen Hautanomalien gelitten. Patientin ist von
gesundem, kräftigen Aussehn, die Brustorgane sind gesund.
Rechter Fuss. Die zweite Zehe liegt mit der untern Fläche zum Theil auf der drillen, zum
grösseren Theil auf der grossen Zehe. Die fünfte Zehe scheint fehlerhaft eingelenkl zu sein, indem die
Richtung nach oben und nach der grossen Zehe abweichl, so dass sie die erste Phalanx der vierten Zehe
kreuzt. Gleich über den Metatarsalgelenken beginnt eine beträchtliche Anschwellung, welche haupt
sächlich die Dorsalfläche des Fusses einnimml. Die Gegend um die Malleolen ist nicht allein verstrichen»
sondern durch die Geschwulst convex aufgelrieben. Von hier an zeigt sich der ganze Unterschenkel
colossaler und gleichmässig walzenförmig verdickt. Auf dem unteren Drilllheil des Unterschenkels ze'gl
sich eine lichtbraune Färbung; vom Dorsum des Fusses bis zur Grenze des untern Drilltheils des Unter
schenkels, den letztem ringförmig umgebend, bemerkt man einen massigen Haarwuchs von bräunlicher
Farbe. An der Hinterseile des Unterschenkels 12 Cm. unterhalb der Fossa poplitea beginnt eine leichte
Verfärbung der Haut, welche aber schon b Cm. höher in die schmutzigbraune Tingirung des grossen Naevus,
welcher den Oberschenkel einnimmt, übergeht. Hier zeigt sich die erste, kleine, sackförmige Anschwel
lung, welche durch die Kniekehle ahgegreuzl erscheint. Oberhalb derselben beginnen grössere, sack
artige Tumoren bis hinauf zur Hinterbacke, welche durch mehrere Querfurchen in grössere Lappen ge-
theilt erscheinen, welche nach der verschiedenen Lage der Patientin Form und Gestalt verändern Etwas
oberhalb der Kniekehle befinden sich drei nlcerirte Stellen. An verschiedenen Stellen der Geschwulst ist
dieselbe mit krausen Haaren bewachsen, hauptsächlich in der grösser!) untern Falle.
M aasse.
rechts links
Ueber die Mitte der Matalarsalknochen
Ueber die Ferse und das Fussgelenk
Oberhalb der Malleolen .
22 Cm. 24 Cm
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