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Elephantiasiskranke der ärmeren Klasse an und haben in dürftigen Verhältnissen gelebt, ln seltenen
Vaileu ist nach Larrey und Primer ein Causalnexus mit Syphilis nachzuweisen. Zur Entwicklung und
rascheren Wachsthuui dieser Gesehv, tilsle tragen endlich noch plötzliche Unterdrückung normaler
Secretionen bei, vor Allem der Menstruation, wie es die Beobachtungen von Hecker, Koch etc. zeigen.
Virchow unterscheidet nach der grösseren oder geringeren Dichtigkeit des neugebildeten Binde
gewebes zwei verschiedene Erscheinungsformen der Krankheit: Elephantiasis dura und Elephantiasis
tnollis. Zu der letzteren gehört die congenitale Form und wollen wir die hier etwas näher betrachten.
Es sind Fälle beobachtet, wo der Process in fast allgemeiner Ausbreitung den ganzen Körper einnahin,
so namentlich bei acephalen und aniden Missgeburten, gleichfalls bei anderen, nicht lebensfähigen Neu
geborenen. Betrifft die Elephantiasis nur einzelne Körperlheile, vielleicht nur eine Extremität, so sind
die betreffenden Individuen lebensfähig und können ein mehr oder weniger hohes Aller erreichen.
Der Hauptsitz der Veränderung pflegt das Unterhaulgewebe zu sein. Beginnt der Process zu
e *ner Zeit des Intrauterinlebens, wo schon das Fett im Unterhaulgewebe ausgebildel ist, so erhält die
ganze Erscheinung den Character der Polysarcie, tritt er dagegen ein zu einer Zeit, wo noch Schleim
gewebe unterhalb der flaut vorhanden ist, so bildet auch später die Hauptmasse des Tumors ein lockeres,
Weiches, bisweilen gallertartiges Gewebe. An der hyperplastischen Entwicklung nehmen ausserdem häufig
^ heil die Gefässe und die Nerven, auch das Fettgewebe, in einigen Fällen auch Muskeln und Knochen.
Unter den Gefässen bemerkt man die grösste Ausdehnung bei den Veuen, seltener sind die Lymphgefässc
'erniehrt oder erweitert.
Die erweiterten Blutgefässe bilden dichte, variköse Netze, und können dieselben in der Art präva-
Efen, dass die Tumoren wie cavernös erscheinen. Diese Form vergrössert sich nach der Geburt in den
leisten Fällen bedeutend und wird nicht selten dadurch Veranlassung zu operativen Eingriffen. Virchow
'•emu diese Form: Elephantiasis telangiectodes und ist hierher der von Hecker beschriebene Fall zu rechnen.
Man trifft ferner nicht seilen in congenitale Elcphanliasisknolen Cysten an, welche muthmasslich
den Lympfgefässen Zusammenhängen Diese Cysten sind gefüllt mit klarer, gerinnbarer Flüssigkeit,
s o dass sie wie abgeschlossene Lymphräume erscheinen.
Ueber die Ursachen der congenitalen Elephantiasis lassen sich bis jetzt nur Vermuthnngen hegen,
nia » nimmt an, dass congenitale Circulationislörungen irgend einer Art auf die Entstehung dieser Hyper
plasien von Einfluss sind.
Bei der Behandlung der Elephantiasis hat man namentlich nach O. Weber die frühesten An
fänge des Uebels zu beachten und können Buhe und Vermeidung aller Hautreize im Beginn den Process
rückgängig machen. Nach demselben Autor ist eine locale antiphlogistische sowie allgemeine Brhand-
loug nutzlos, gleichfalls die innere Darreichung von Tartarus stihialus, Sublimat oder Kalium jodatum.
Ebenfalls zu verwerfen sind Blutenlziehungen. Am meisten Erfolg soll neben Ruhe die methodische Com
pression durch elastische Binden gewahren und hat man durch lange auf diese Weise bewirkten Druck
zolldicke Infiltrationen rückgängig gemacht. Bei grossen Tumoren ist wohl die Exstirpation oder die Ex
cision grösserer Parlieen das beste Mittel, jedoch ist dies Verfahren, wie folgende Krankengeschichten
zeigen, für den Patienten nicht ohne grosse Gefahr.
Folgender interessanter Fall wurde hier auf der chirurgischen Klinik im vorigen Jahre beob
achtet und behandelt, die Veröffentlichung wurde mir giftigst von Herrn Geheimrath Es tu arch gestattet.

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