19
Heftigkeit und Dauer abzunehmen; Wunde granulirte kräftig und das Allgemeinbefinden'besserte sieb
edeulend. 12. II. Pal. kiagt über heftige Schmerzen unterhalb des Knies, und es fand sich eine neu
entstandene schmerzhafte Auftreibung des Knochens am Condylus internus tibiae, rund und nussgross.
G'ane Quecksilbersalbe mit Extr. Beiladon eingerieben, worauf sich die spontanen Schmerzen verloren,
die Geschwulst auch nicht an Grösse zunahm. Gegen Ende Febr. besserte sich das Allgemeinbefinden
dergestalt und verkleinerte sich die Wunde immer mehr, so dass Pat. schon einige Stunden ausserhalb
des Bettes sein konnte. Zu Ende März nur noch eine flache, Ihalergrosse Granulationsfläche. Eine
Gefässligalur hatte Sich noch nicht gelöst; sie lag in einem feinen Fistelgang, der aber sehr wenig
El,er Secern i , 'le. Das Bein war nach allen Seilen hin beweglich, die Schmerzen hatten sich völlig ve r-
l°ron. Die kleineren Geschwülste halten nicht an Grösse zugenommen,
Die Ausführung der Operation selbst ist nicht so sehr schwierig, als dass sie uns vom opera-
tlVen therapeutischen Einschreiten zurückhalletl könnte. Es sind aber mehrere andere Umstände bei
ei| iem solchen Vorgeben wohl in Betracht zu ziehen. Jede operative Entfernung einer Exostose, nach
Welcher Methode man sie auch vornehmen mag, hat nämlich alle Gefahren einer tiefen Eiterun- mit
Betheiligung des Knochens — Knochenentzündung in ihrem Gefolge. Es stehen manche ältere
Exostosen, zumal diejenigen mit breiterer Basis, so unmittelbar m I der Markhöhle des Knochens in
Verbindung, dass bei ihrer blossen Abtragung schon eine Eröffnung derselben unvermeidlich ist, welche
dann Osteomyelitis mit Eitersenkung und Ausgang in Pyämie mit sich bringen kann. Es sind in dieser
Beziehung bereits viele traurige Erfahrungen gemacht.
Auffallend häufig hat die Entfernung solcher knorpeliger Exostosen, welche'mit einem eigenen
Schleimbeutel versehen waren, einen lethalen Ausgang, nach voraufgegangener Bildung von Senkuims-
abscessen in benachbarte Theile, herbeigeführl. So hier in Kiel in dem angeführten Fall von Andreas
Paulsen, bei welchem circa 14 Tage nach der Operation Osteomyelitis und Ahscesshildung am Ober-'
Schenkel bis zum Trochanter hinauf einlral, und Tod durch Pyaemie das Hesullal war. Wie der Verl-uf
u "d Ausgang in dem von Rindfleisch initgelheilten Fall war, habe ich leider aus den kurzen Notizen
Canstalts Jahresbericht nicht ersehen können. Billroth iioss sich .initial auf dringendes Bitten eines
-dienten verleiten, eine Exostosis cartilaginea am unteren Ende des Femur mit grossem Schleimbeülel
211 entfernen und den abnormen Synovialsack zu exMirpiren. Patient starb an Seplicadmie.
Ein anderer Umstand, welcher ein operatives Eingreifen in manchen Fällen gefährlich macht,
J Sl d,e ei,les Gelenkes, so dass es in solchen Fällen besser sein möchte, die Operation zu unter-
ässen, wenn man sich nicht etwa zu einer Amputation entschlossen wollte. Namentlich Weber will
leSeS besonders a »i Condylus internus des Oberschenkels berücksichtigt wissen, da die Grenzen des
"•egelenks zuweilen unvorhergesehene Abnormitäten darbielen. Huguier operirle bei einem Cavalle-
s nMul ei,,e gestielte knorpelige Exostose am Condylus internus fenioris. Bereits nach 3 Tagen stellte
p Ch cine li ° ni S ,i EniegelehksehlzUitdung ein, später Senkungsabscesse an der Innenseite des Beins. Der
a ll vcilief günstig, doch tial erst nach langer Zeit Heilung ein.
Noch ungünstiger, wie dieser Fall, wo in Folge der Operation eine Gele.ikseulzümlung
ral ’ sind solche ’ wo die Operation hei bereits bestehender Gelenksenlzündung vorgeiiommen wird.
s 1 a " 1 e y eiUfcrnle unler kleben Umsländeii eine seit 5 Jahren bestehende Exostose von der vorderen
U,e des unleren Eeinur-Ende bei einem 25jährigen Manne. Durch Druck derselben gegen das Knie-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.