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stehungsursache anzugeben; wahrscheinlich ist es mir darum, dass, weil die Exostose unmittelbar über
dem Kniegelenk sich befand, diese durch Druck aufs Gelenk die Entzündung hervorrief, welche erst
3 Jahre später nach einer mechanischen Einwirkung exacerbirte. —
Die Symptome, welche also nicht von den knorpeligen Exostosen als Knochengeschwülsten
abhängig sind, sondern erst secundär während der Entwickelung derselben entstehen, lassen sich nach
dem Angeführten reduciren auf solche, welche bei grösserem Wachsthum durch Druck der Exostosen
auf naheliegende Gewebe und Organe der verschiedensten Art entstehen. In einzelnen Fällen können
ll| ese Drucksymptome gänzlich fehlen j so habe ich z B. niemals die geringsten Beschwerden oder
Schmerzen von meiner Exostose gehabt. —
Therapie: Um gegen die knorpeligen Exostosen zu Felde zu ziehen, wird selbstverständlich
Niemand mit antidyscrasischen Medicamenten, oder bei einfacher Exostosis cartilaginea ohne Compli-
eationen, mit dem ganzen antiphlogistischen oder derivatorischen Apparat sein Heil versuchen. Auch von
einer Behandlung, welche bezwecken soll, nach vorhergegangener Blosslegung einfach durch die Ein
wirkung der athmosphärischen Luft oder durch Canlerien die necrotische Abstossung der Geschwulst
herbeizuführen, kann füglich wohl abgesehen werden. Man hat auch empfohlen, die Middeldorpfsche
galvanocaustische Schneideschlinge um die Basis der Exostose zu legen und so die Abtragung derselben
zu bewirken. Ueber Zweckmässigkeit und Vorzüge dieser Operationsmethode fehlen uns bisher die
nötlngen Beobachtungen, und es wird kaum Jemand von dem grossen galvanocaustischen Apparat Ge
brauch machen, da die Entfernung dieser Geschwülste mittelst Meissei oder Säge viel einfacher und in
der Regel leicht zu bewerkstelligen ist. Man wird nach gemachter Incision die Exostose blosslegen.
eill P(iehlt sich sehr, das Periost zu schonen, und es mittelst eines Raspatoriums bei Seite und von
Verfahren und weniger mühsam, als wenn man die Kettensäge um die ganze Basis der Geschwulst
berumführen wollte. Ob man Stichsäge oder Meissei zur Ablösung der Exostose wählen will, hängt
v °n der Geschicklichkeit des Operateurs in der Handhabung des letzteren, oder von der Vorliebe desselben
fUr das eine oder andere Instrument ab. loh möchte der Stichsäge das Wort reden, weil bei Anwen
dung derselben etwaige Knochenerschütterungen mit ihren verderblichen Folgen vermieden werden, was
•ücht immer der Fall ist bei Gebrauch von Hammer und Meissei.
Wenn die Basis der Exostose eine lange ist, erleichtert man sich die Operation noch dadurch,
dass man zuerst in der Mitte die Basis durchbohrt und von diesem Bohrloch aus dann nach beiden
Suüen hin die Absägung vornimmt. Was den Beginn der Operation anlangt, so wird man in der Regel
,n,t einer lai, ge>*> geraden oder bogenförmigen Incision auskommen. ln Fällen kann es jedoch bequemer
ein, zwei parallele Incisionen zu machen und dann unter einer JBrücke zu operiren. So wurden im
oben angeführten Fall von Carl Prinz die 2 Hautschnitte zu beiden Seilen des M. biceps in der Langs
ame des Humerus geführt, die Hautbrücke dann mit dem Bicepsmuskel und den mitten über die Höhe
v der Ex o s tose verlaufenden grossen Gefäss- und Nervenstämmeu emporgezogen, und unter diesen die
Operation zu Ende gebracht. Durch dieses Verfahren wurde die Verletzung der INerveuslämme und
•hre Folgen vermieden, wie wir sie hier in einem I860 von Prof. Slromeyer operirten Fall von knor-
Pehger Exostose des Oberschenkels erlebt hatteu.

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