[■;
V;
W.
its)
16
bestrebte, und glaubte für diese Hypothese einigen Anhalt darin zu finden, dass der Patient bei an
den Thorax angelegten Arm unangenehmen Druck zu empfinden angab. Ich führe dieses Drucksymptom
nur an als eine von mir aufgestellte Hypothese, und will durchaus nicht in Abrede stellen, dass auch
andere Factoren zu der Entstehung der Scoliose könnten beigetragen haben; doch wollte Patient nie
früher krank gewesen sein, wollte nicht an Rachitis oder Pleuritis gelitten haben, wusste überhaupt
keine Ursache für die Entstehung der Scoliose anzugeben. Jedenfalls möchte das eben Angeführte viel
leicht dazu beitragen, in Fällen von knorpeligen Exostosen an der Innenseite des Humerus auf etwa
bestehende Thorax-Verkrümmungen sein Augenmerk zu richten und nach ihrer Entstehung zu forschen. -
Bei stärkerem Wachsthum der Exostosen können die darttberliegenden Weichtheile eine derartige
Spannung erleiden, dass Entzündung, ja selbst Gangraen der Hautparlie emlritt.
Ein Punct, auf welchen bisher bei den knorpeligen Exostosen meiner Ansicht nach viel zu
wenig Gewicht gelegt ist, ist der, dass zuweilen bei Exostosen in unmittelbarer Nähe von Gelenken
Entzündungen dieser sich einstellen. Pollock (The Lancet, 1856, Novbr. 15) theilt einen derartigen
Fall mit. °Bei einem 26jährigen Manne entwickelte sich seit einer beträchtlichen Zeit an der unteren
Partie des rechten femur eine allmählich wachsende Geschwulst, welche ans Kniegelenk andrängend
Entzündung verursacht hatte. Der tumor sass fest auf dem äusseren Umfang des femur, war manns-
faustgross und ungefähr 2V 2 Zoll von der Gelenkfläche des Knochens entfernt. Im Uebrigen war der
Mann völlig gesund. Die Entfernung der Geschwulst war schwierig wegen der knöchernen Cousislenz
und breiten Insertion derselben. Bald nach der Operation stellte sich heftiges Fieber, nach 1Ü Tagen
Abscessbildung in der Wade ein; am 18. Tage Schüttelfrost und übrige Erscheinungen der Pyämie.
Der Tod trat ein 3 Wochen nach der Operation. Die Section ergab nichts besonderes ausser eitriger
Pleuritis. Pollock giebt eigens an, die Kniegelenksentzündung sei entstanden durch Druck der Exostose
gegen dasselbe. —
6. Auf der hiesigen chirurgischen Klinik stellte sich am 6. April 1867 der 12jährige Claus Lamp
aus Wendtorl vor.
Vor 3 Jahren war ihm das rechte Knie schmerzlos angeschwollen. Ohne Buhe zu beobachten
wurden eine Reihe von Salben und Pflastern angewandt, welche keine völlige Besserung erzielten. Vor
14 Tagen trat nun eine Exacerbation ein nach einem Fall aufs Knie. Das rechte Kniegelenk war stark
geschwollen und die Conturen desselben verstrichen; zugleich tanzte die Patella etwas. An der inneren
Seite des femur, dicht oberhalb des Gelenks fühlte man eine länglich ovale, gänseeigrosse Geschwulst,
welche wenig druckempfindlich war. Flexion des Unterschenkels wurde sowohl im Kniegelenk, wie m
der Gegend der Geschwulst, welche lange bestand und in letzter Zeit bedeutend an Grösse zugenommen
halte, schmerzhaft empfunden. Ohne eine feste Diagnose zu stellen, wurde dem Patienten ein Gyps-
verband und Syr. ferr. jodat. verordnet. Bei seiner Wiederkehr am 4. Mai war die knochenharte
Geschwulst besser fühlbar, sie schien mit langer Basis dem Knochen aufzusitzen. Flexion des Kniegelenks
wurde nur im Gelenk nicht in der Geschwulst als schmerzhaft angegeben; die geringe Druckemplindlich-
keit war gänzlich verschwunden. Es wurde jetzt eine Exostosis cartilaginea diagnosticirt. Ueber das
weiter angewendele Verfahren werde ich bei der Therapie der knorpeligen Exostosen sprechen.
Patient wusste für die ursprüngliche, vor 3 Jahren entstandene Kniegelenksentzündung keine Ent-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.