15
bei angestrengter Arbeit, welche bei Rnhe des betreffenden Gliedes zu schwinden pflegen; diese
chmerzen werden bedingt sein durch die vermehrte Reibung und dadurch entstandene Reizung der
über- und anliegenden Partien. Druck auf grössere Gefässstämme können Circulationss.örungen zur
° Se haben ’ und A - Co °Per (Essays) fuhrt einen Fall an, wo selbst Gangraen des Gliedes er
zeugt wurde.
Ein im Mai vorigen Jahres hier vorgekommener Fall von knorpeliger Exostose, den ich selbst
ZU untersuchen und weiter zu verfolgen Gelegenheit hatte, zeigte die Druckwirkung einer solchen Ge
schwulst nach einer anderen Seite hin.
5 Der 16jährige Schmied Carl Prinz aus Eiunkendorf hatte oben am rechten Humerus
ei,len harteü Kno,en von seine| - Kindheit an, der stetig gewachsen war und über dessen Entstehungs-
U'sache er nichts anzugeben vermochte. Schmerzen verursachte er dem Patienten nur während oder
nadl angeslre ngter Arbeit, während der Ruhe garnicht; doch genirte er ihn etwas bei der Arbeit; dieses
uud weil sein Grösserwerden befürchtet wurde, machte es dem Patienten wünschenswert!), von ihm
ef'eit zu werden. Im Uebrigen war er immer gesund gewesen und hatte nur vor Jahren die Masern
uberslanden. Bei rechtwinklig erhobenem Oberarm fühlte man einen höckrigen, knolligen Knoten
Welcher 2 Ctmtr. vom unteren Rand des M. pectoralis major beginnend 3 Ctmtr. lang nach der Axe
des Humerus sich erstreckte, und mit diesem fest, scheinbar auf breiter 'Basis verwachsen war. Deutlich
Prommirten an der Ulnarseite des M. biceps 2 Höcker, jeder von der Grösse eines Sperlingeis. Den
uungen Zusammenhang der Geschwulst mit dem Knochen erkannte man nicht nur aus ihrer Unbeweg-
•chkeit, sondern auch daraus, dass die Arteria brachialis, welche bei herabhängendem Arm mitten auf
em Karnme ,ler Geschwulst pulsirend gefühlt wurde, bei Rotation Ges Humerus nach aussen hinter
■eselbe zu liegen kam. Dem Auge war nur eine geringe Diffbrmität erkenntlich. Der Umfang des
»echten Oberarms betrug, mitten über die Geschwulst gemessen, 22,] Ctmtr. gegen 2!' Ctmtr des
l'nken. Ausserdem halte Patient eine geringe Scoliose, welche von den unteren Halswirbeln beginnend
,s zu den unteren Brustwirbeln mit der Coneavilät nach rechts gerichtet war, von dort an mit der
oncavität nach links. Bei der am 27. Mai vorgenommenen Operation wurde die Basis der Geschwulst
UrCh zwei P arallele Längsschnitte von beiden Seilen her blossgelegt. Weil eine breite Basis vermulhet
Wurde, wurde diese durchbohrt und mittelst der Stichsäge von dem Bohrloch aus nach beiden Seiten
durdlsägl; ein kleiner Rest wurde mit dem Meissei entfernt. Die Geschwulst war ein schönes
jcmplar einer gestielten knorpeligen Exostose. Der Stiel sass oben, die Exostose selbst war recht-
»"bbg nach unten umgebogen und lag dicht auf dem Humerusknochen, wodurch sie den Eindruck
acte, als ob sie mit breiter Basis aus dem Knochen entspränge. | n die Wunde wurde ein mit einer
C'chung von Oel und Carbolsäure durchlränktes Bourdonnet gelegt. Am Tage nach der Operation
■'•»heftige Reaction ein (40,4.), zugleich war der Arm stark geschwollen; das Bourdonnet wurde
ernt und statt dessen die 2 Wunden mit Carbolsäureölläppchen bedeckt. Der weitere Verlauf war
e»n ausserordentlich günstiger und schneller, so dass Patient schon am 10. Juni entlassen werden konnte.
Einige Wochen später stellte er sich völlig geheilt wieder vor.
d . In Betreff der bei dera Prinz vor 8efundenen Scoliose, stellte ich schon bei der Untersuchung
ermuthung auf, dass diese veränderte Haltung des Thorax durch den lästigen Druck der Exostose
11 denselben entstanden sein könnte, dass also gleichsam der Thorax dem Druck aufzuweichen sich

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.