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' m Laufe der nächstfolgenden 14 läge schwollen die Inguinaldrüsen linkerseits schmerzhaft an
1 es bildete sich schliesslich ein Abscess, aus dein sich am 25. März nach gemachter Incision eine
reichliche Menge blutigen Eiters entleerte. Der Eitersack vergrösserte sich trotzdem und erstreckte sich
unter der Haut bis zum Trochanter hin. Zugleich sah am 2 April die Operationswunde schlechter aus
und stärkeres Fieber stellte sich ein. Am Trochanter wurde eine Gegenölfnung gemacht und durch
diese und die erste Incisionsöffnung ein Drain gezogen. Vom 3.—12. April schwankte das Befinden
des Patienten und das Aussehen der Wunde hin und her. Am Mittage des 13. stellte sich ein Schüttel
frost ein und es häuften sich von uun an pyämische Erscheinungen; es entleerte sich jetzt auf Druck
aul die Umgebung der Operationswunde neben dem dicken Eiter aus den Weichlheilen, eine seröse,
fetthaltige Flüssigkeit, wahrscheinlich aus dem Knochen stammend, welche nach wenig Tagen einer ge
ringen Menge zersetzten Bluts und jauchigem Eiter Platz machte. Nach einander kamen nun Icterus,
nietastatische Abscesse in beiden Mittelfingern und Petechien auf der Brust des Kranken, bis am 2. Mai
der Tod erfolgte.
Die an demselben Tage vorgeuommene Section ergab folgendes: ln den Lungen nichts Beson
deres. Die Herzmusculatur war schlaff, jedoch nicht fettig degenerirt, wie die microscopische Untersuchung
z eigte. Das Blut war ungemein hellrolh und wässerig. Leber etwas fettig infiltnrt, sonst normal;
Gallenblase gut gefüllt und der Inhalt leicht ausdrückbar. Im Magen und Dünndarm ein galliger,
eatarrhalischer Ueberzug auf der Schleimhaut. Die Milz etwas vergrössert, ziemlich fest und beginnende
amvToide Degeneration der Pulpa. Beide Nieren sehr blass; etwas Catarrh in den tnbulis rectis, zu
gleich beginnende amyloide Degeneration der Malpighischen Gefässknäuel. Der linke Femur wurde der
Länge nach durchsägt: 3—4 Zoll Uber dem unteren Ende des Ferner konnte man den früheren Sitz der
Exostose noch erkennen, es fehlte hier die compacte Rindenschichte des Knochens in der Ausdehnung
tier Basis der Exostose. Von hier aus erstreckte sich im Knochenmark circa 4 Zoll nach oben eine
deutliche eitrige Infiltration des Knochens; ein Zollgrosses Stück der spongiösen Knochensubstanz und
der dazugehörigen compacten Rindensubstanz war necrotisirl. Das Periost war auf 3—4 Zoll in der
Gegend der Operationsstelle stark verdickt und an der dem Knochen zugekehrten Fläche eitrig. Osteo-
Pbytenbildungmässig am Periost. Das dazugehörige Kniegelenk war citrig-catarrhalisch entzündet,
Knorpel und Knochen jedoch intact. In der Musculatur des linken Oberschenkels ausgedehnte Eilen;ng
“nd Jauchung.
Am rechten Oberschenkel in der regio trochanlerica eine 6—8 Zoll ausgedehnte EiLerung im
siibcutanen Zellgewebe bis zur Fascie reichend, zugleich einige kleine bohnengrosse Muskclabscesse mit
haemorrhagischer Umgebung, wahrscheinlich durch Embolie entstanden. Die Gelenke waren am rechten
Oberschenkel gesund.
Am 2. Gelenk beider Mittelfinger Vereiterung, welche sich über die beiden 2. Phalangen
e rstreckle und die betreffenden Knochen zur Necrose geführt halte. Die anatomische Diagnose lautete
demnach auf Osteomyelitis des linken Oberschenkels — wahrscheinlich eine traumatische in Folge der
Operation, — Vereiterung und Verjauchung der Musculatur daselbst mit secundärer pyämischer In
fection. In sämmtlichen inneren Organen fanden sich keine Metastasen.

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