diagnostische Voraussetzung vollkommen bestätigte. Dieser Umstand, sowie die That-
sache, dass in manchen Fällen jeder sonstige Anhaltspunkt zur Erklärung der Sym
ptome fehlt, hat am meisten dazu beigetragen, einer Hypothese Eingang zu & verschaffen,
für welche weder die frühere ärztliche Erfahrung, noch die experimentelle Pathologie
irgend einen Anhaltspunkt gewährte.“
Aus diesem Grunde habe ich es nicht für überflüssig erachtet, in meiner vor
liegenden Inauguraldissertation einen einfachen Fall von morbus Addisonii zu be
schreiben, der als Nebenbefund bei einer Kranken gemacht wurde, die einer Coxitis
wegen in die chirurgische Abtheilung des hiesigen Hospitals aufgenommen wurde und
daselbst starb. Mein verehrter Lehrer, Herr Geheimrath Professor Esmarch, hatte
die Gewogenheit, mir den Fall für besagten Zweck gütigst zu überlassen.
Werthvollere Beiträge zur Casuistik der Addison’schen Krankheit bilden frei
lich diejenigen Fälle, wo die Nebennierenerkrankung der einzige pathologisch-anato
mische Befund ist neben der ßroncehaut. Diese Fälle sind aber verhältnissmässig
selten. Greenhow 7 ) führt unter den 196 Fällen von morbus Addisonii, die er zu
sammenstellt, 24 Fälle an. In 17 anderen Fällen waren die anderweitigen pathalo-
gisch-anatomischen Befunde im Körper unbedeutend. Hayden fand bei einer Zusammen
stellung vnn 36 Fällen, dass Complicationen mit andern Organerkrankungen 24 mal
Vorkommen. Unter den 14 im Jahre 1866 veröffentlichten Fällen waren in 5 Fällen
bloss die Nebennieren Sitz pathologischer Veränderung. h n Jahre 1867 waren diese
Falle an Zahl überwiegend — vielleicht nur, weil die Fälle mit Complicationen nicht
zur Oeffentlichkeit alle mehr gelangten.?
Ebenso wichtig sind auch jene Fälle, wo trotz Broncefärbung der Haut und
anderweitiger Symptome, die die Addison’sche Krankheit zu begleiten pflegen, dennoch
keine Nebennierenerkrankung bei der Autopsie hat nachgewiesen werden können.
Oppolzer 8 ) führt in seiner Abhandlung über die Addison’sche Krankheit in
dieser Richtung hauptsächlich die Fälle von Peacock und Pueck an. Die Anhänger
Addisons führten solche Fälle mit grosser Hartnäckigkeit auf andere pathologische
rocesse zurück; besonders musste die Pityriasis versicolor und der Icterus in dieser
Hinsicht stark herhalten, während doch Addison selbst in seiner Originalabhandlung
schon und bald nach ihm Hutchinson 9 ) sehr starkes Gewicht auf die charakterischen
Merkmale legten, durch die sich der morbus Addisonii von diesen beiden Zuständen
unterscheide.
„Der Icterus lässt sieh nicht bloss durch die allgemeinen Erscheinungen,
welche ihn begleiten, sondern auch durch die abweichende Farbennüancirnng, de & ren
P Greenhow, siehe a. a. (). die tabellarische Zusammenstellung.
M ) Oppolzer, Addison’sche Krankheit. Wiener med. Wochenschrift 1866 No 79 ft
") Hutchinson, med. Times and Gaz. 1850.

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