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DoiJbna, in welchen allen der Stadt befohlen sei, Chöre aufzustellen nach heimischer
Sitte und auf den Strassen zu opfern (kvictkv ccyvius) und Kränze zu tragen. Da
Demosthenes an den grossen Dionysien beleidigt ist, so ist natürlich an eben dieses
Fest auch hier zu denken. Wie in Ikaria die ländliche Dionysosfeier, wie der Cultus
des Eleuthereus im Lenäon durch Pythischen Spruch eingesetzt war und auch den
Neuerungen des Peisistratos Inspiration von Delphi aus nicht gefehlt hatte, so wird
auch für die Stiftung der jüngsten, glänzendsten Feier dieselbe Auctorität in Anspruch
genommen sein. Als eine solche heilige Einsetzungsurkunde wollen die bei Demo
sthenes eingefügten fünf Hexameter gelten, mag auch ihre Echtheit so wie die aller
übrigen Actenstücke in den Rednern dahingestellt bleiben. Vielleicht mit leiser An
spielung an die erste Aufnahme des Dionysos bei Ikarios unter Pandion werden die
Erechtheussöhne, soviel ihrer die Stadt (Ärru) Pandions bewohnen, und nach väter
lichen Bräuchen Feste ordnen, aufgefordert, des Bakchos zu gedenken und in den
Weite Reigen fassenden Strassen («J?u%c'fow vmt ccyvias) dem Bromios Dank
für seine Segnungen 1 ) darzustellen alle insgesammt { an den Altären aufsteigen zu lassen (kvktocv ßupc)ai), das Haupt mit Kränzen bedeckt.
Dass der Ausdruck sv^ovs x «r «yvw erst seit der Anlegung geräumiger Fest
strassen durch Peisistratos anwendbar war, bemerkt E. Curtius Topogr. v. Athen S. 30.
Noch mehr ins Einzelne geht das hierauf folgende Gesetz, welches nicht mehr, aber
auch nicht weniger als das des Euegoros (10) Anspruch hat, bei den Untersuchungen
über die städtischen Dionysien zu Rathe gezogen zu werden. Also weil die grossen
Dionysien sich durch die ganze Stadt bewegten, die gesammte Bürgerschaft wie die
angesehensten Gottheiten, deren Heiligthümer der hestzug besuchte, indie iheilnahme
mit hineinzogen, darum hiessen sie A zuverstehen, wenn Dikaiopolis in den Aeharnern V. 501 zum athenischen Publicum
sagt: „wir sind heute unter uns — uvto) yotq ia/tsv ovttI Avjvcclto r dyüv, kcImm %evot
•nuftHm. Wenn der dramatische Wettkampf als solcher auch an beiden dionysi
schen Festen wie „zu Ehren“ des Lenaios so bei seinem Heiligthum stattfand, so hiess
doch in der abgekürzten Ausdrucksweise des täglichen Lebens speciell dasjenige Fest
spiel iw) Artmlu, welches an dem auf den Bezirk des Lenaeon beschränkten Fest ge
geben wurde. Und demselben Gebrauche gemäss sagt Platon im Protagoras p. 327 d,
dass Pherekrates seine Komödie "ayqtot neulich t$i$etjrev iw) A>jvuia>-
Wann aber ist jenes grosse städtische best, welches den Panathenäen eben
bürtig an die Seite trat, ja sie an nationaler Bedeutung noch überragte, gegründet
worden ? Zwei Zeitpunkte scheinen vor andern einer solchen Stiftung günstig zu sein.
Der eine ist die Einweihung des neuen Theaters. Damals stand Phrynichos auf der
Ijuara* • Welcker Götte rl. LI 610schreibt mit Ileinsterhuis «i»y ... /»far
4*

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