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der griechischen Götter seine Huld zu schenken. Entkleiden wir dasselbe aller dieser
charakteristischen Züge, sb bleibt ein Rest, welcher die Begehung eines besondren
bacchischen Frühlingsfestes nach den Anthesterien für ältere Zeit erklärte, nicht übrig.
Warum hiessen überhaupt die grossen Dionysien die städtischen (tu tv
etcrrei), die des Gainelion dagegen tu hx1 Ativulu, und was bedeutet der letztere Aus
druck? Gegen die neuste Erklärung desselben, welche Wieseler in dem Göttinger
Programm 'de loco, quo ante theatrum Bacc/n lapideum exstructum Athenis acti sint ludi
scenici (1860) S. 13 vorgetragen und in seiner Abhandlung über griechisches Theater
(Hall. Enc. S. 173 A. 9) von Neuem empfohlen hat, ItR Ay\xuIu bedeute „zu Ehren des
Lenäos“, ist entschieden Einspruch zu thun. Dass dem Gott des Lenäon, welcher kein
andrer ist als der Eleuthereus, die grossen Dionysien nicht weniger als die Lenäen
galten, beweist die Gegenwart seines Bildes bei dem Festzuge und bei den Auffüh
rungen im 1 heater, herner da Alowcxiu doch gewiss ein Fest zu Ehren des Dionysos
sind, so würden Aiowaiu tu hx) Ayvulcc eine seltsame Bezeichnung sein: „Dionysosfest
zu Ehren des Lenäos“. Wo sind für eine solche Zusammenstellung Analogieen?
Ueberhaupt finde ich nur von Leichenspielen und Todtenopfern, die auf oder an dein
Grabe eines Verstorbenen vollzogen werden, Itt) in ähnlichem Sinne gebraucht. Wer
dagegen z. B. in dem Verzeichniss athenischer Festeinnahmen (CIG. I n. 157) hinter
einander genannt findet Alovuatu tu kut uyijous, A. tu eV) Ay\vulq>, A. tu h uatsi, wird
an nichts Andres als an das Local der Feier denken. Aber freilich für die dra
matischen Aufführungen der Lenäen und der grossen Dionysien verschiedene
Theater anzunehmen, wie Sauppe zu Platons Protagoras p. 327 d. ohne Weiteres for
dert, kann man sich gegenüber der Thatsache, dass im ganzen Alterthum nur von dein
einen dionysischen 1 heater (ro h Atovvaov Blut^ov) die Rede ist, dessen Reste in unsren
lagen ausgegraben sind, unmöglich entschliessen. Vielmehr fanden die Aufführungen
sämmtlicher Dramen in Athen ohne Zweifel früher im 7xepßoKos des Lenäischen Hei
ligthums selbst, später in der Nähe desselben Statt. Die Unterscheidung zwischen
Lenäon und Stadt kann sich also nur beziehen auf die gesammte gottesdienstliche
heier. Während die Lenäen, der alterthümlichen Sitte getreu, auf den heiligen Bezirk
beschränkt blieben, die Theilnehmer der Opfer und Chöre in die Nähe der Wohnung
des Gottes selbst beriefen: war der Bereich für die grossen Dionysien über die ganze
Stadt ausgebreitet. Demosthenes in der Rede gegen Meidias 51 ff., um zu erweisen,
dass die Ghoregen der Dionysien das gesammte Volk vertreten,*) und eine dem Chor
egen zugefügte Beleidigung nicht den Einzelnen, sondern die ganze Bürgerschaft
treffe, beruft sich auf Gesetze über die Dionysien, sowie auf Orakel von Delphi und
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So, nicht anavjnqy iat zu schreiben, wie der Zusammenhang lehrt, besonders p. 532 b: ol Wor
... ti n f (} v ju Üj v ItiTtyavMfAtShx.

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