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aufzuschlagen, sondern auf dem gemeinsamen Schauplatze des öffentlichen Lebens,
der für Volksversammlungen wie für Erholung und Schauspiele den besten Raum
bot, auf dem Markt 1 ) am südwestlichen Fuss der Akropolis standen die ersten «cf/ee.
&o diente auch anderwärts in einfachen Zeiten der Marktplatz als naturgemässer Raum
für Öffentliche Festdarstellungen. 2 ) Als aber unter den Peisistratiden (01.63,2—66,3),
welche die religiöse Richtung ihres Vaters erbten, die Anlage eines neuen glänzenden
Marktplatzes im Kerameikos 3 ) erfolgte, und die Strömung des Verkehrs sich vom Alt-
Markt zurückzog, werden sie die Schaugerüste des dionysischen Festspiels, welches
indessen zu hohem Ansehen gelangt war und einen regen Wetteifer bedeutender Ta
lente geweckt hatte, in den Bezirk des Lenäon selbst verlegt haben.
An der äussersten Grenze dieses neuen Schauplatzes, schon ausserhalb des
heiligen Bezirks, aber ihm doch noch nahe genug, um einen Blick auf Bühne und
Orchester zu gewähren, stand die durch den Scherz des Kratinos (fr. XXXVIII) be
rühmte Schwarzpappel, welche von der kletterfähigen Strassenjugend als Extrasitz
benutzt wurde, um den Spielen gratis zuzusehen. 4 ) Auf den Stufen in vorderster
Reihe aber wird der Priester des Dionysos EAfuö’e^fuf den Ehrensitz eingenommen
haben, der ihrü auch später allezeit verblieben ist. Zugleich mit der Verlegung des
Schauplatzes wurden wohl regelmässige, vom Staat geordnete tragische W ettkämpfe
') Photius: txgiu' rd iv rj dyog(t, uiy <«f idfüvjo jov( Aiovvoiuxovf uyivvaf ngiv y xutaoxtv-
Ho&ijvtu rd iv Jioviaov diurgov.
2 ) Analogieen bei Wieseler Halle’sche Encycl. S. 174.
3 ) Vgl. E. Curtius Gr. Gcsch. I 297. Att. Studien II 46. Topographie v. Athen 25.
Bursian Gr. Geogr. I 280. Die einzige, aber beweisende Stelle für die Existenz eines Altmarktes
neben dem Neumarkt ist bei Harpocration: ndvdijfioi Idtfgotttrq’ YmgtCdijs iv r xnrd nurgoxXiov(, 11
yviaios. ‘Anolködwgos iv tiö nrgt dtüv Ildvdijfiiv t(»i XuCnv dyogctv diu Td ivduiitu nuvru jov dijfiov avvuyiOdui ro nukuidv iv rats lxxi.i]aiut(. Eine ngyuCu
dyogü setzt selbstverständlich eine viu voraus. War dyogü vor Zeiten identisch mit txxiriala und ,
Wurden die ixx^aiai dort gehalten, so kann es eben damals keine andre dyogü neben derselben ge
geben haben. In die Controverse über die Lage dieses Altmarktes einzutreten ist hier nicht noting.
4 ) Hesychius: ulytigov diu' ntycigos r)V ’Adrjvijoi ni^atov toD ltgov, (vdn ngiv yeviadui dia-
*(>ov tn txgin inyywov. Hieran uni vorgefasster Meinungen willen herumzubessern sind wir nicht berech
tigt. Vgl, bei demselben diu nag’ alytigtp und nug‘ alyflgov diu, wo die Worte des Eratosthenes
nkyjoiov ulytCgov nvog diu . . • iyyvj iüiv Ixgiiov (aus seinem Werk ntgi xu>fiu>d(us excerpirt von
Didyrnos im vnöfivtifiu rl( Kgunvov) offenbar in Verwirrung und lückenhaft, schlechter als an der
ausgeschriebenen Stelle erhalten sind. Kratinos wird aut die primitiven Zustände der athenischen
Bühne einen humoristischen Rückblick geworfen haben. Einen mystischen Sinn sucht freilich
Welcker Nachtr, 257 darin. Gewiss aber liegt es näher, unter dem Ugov das Lenäon zu verstehen,
als mit Wieseler a. a. O. das Heiligthum der Aphrodite Pandemos. Die vermeintliche Sykophanten-
Pappel auf dem Markte bei Hesychius ibi alydgiov (s. Bergk de rel. com. Att. 263) braucht uus
Nichts anzugehen. Dass »lytlgov diu auf dem Markt gewesen sei, sagt Niemand,

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