Menschenopfer, welche der Bacchusdienst ehemals unzweifelhaft forderte, ist daneben
nicht abzuweisen (vgl. Welcher Nachtr. 192 1). Erst späterer Auslegung gehört die
harmlose Erklärung von dem schwarzen Ziegeniell seiner ländlichen Verehrer, der
Hirten und Satyrn, deren Tracht von der ihres Gottes entlehnt sei. Er ist es, der
den Töchtern des Eleuther erschien und sie rasend machte. Nach seiner Feier war
benannt der attische Grenzort Ke lain ai oder Melainai. In einem Kriege zwischen
Athenern und Böotern um den Besitz eben dieses Ortes steht Dionysos /jieAxvc&iy iS
dem Messenier oder Arkadier Melanthos persönlich bei, so dass dieser im Zwei
kampf, den er statt des Königs Thy m oit es gegen den Böoter Xanthos übernommen
hat, diesen erlegt und die Königswürde in Athen zum Lohn erwirbt. 3 ) Die richtige
Deutung des Mythus und der in ihm erscheinenden Namen hat Welcker (Nachtr. 201 Ä.)
im Wesentlichen schon gegeben. Es ist der Sturz der aristokratischen Theseiden
durch die volksfreundliche Dynastie der Neleiden, und damit verbunden offenbar
irgend ein weiterer Fortschritt des Dionysoscultus in der athenischen Bürgerschaft.
Die letzten königlichen Sprossen aus dem Hause des Iheseus tragen Namen, welche
ihren Uebermuth und die Erbitterung des gedrückten Volkes zeichnen: Thymoites 2 )
der „Leidenschaftliche“, ein Bastard, sein Vater Oxyntes der „Scharfe“, sein älterer
Bruder, durch dessen Ermordung er zur Herrschaft gelangt, A p he id as der „Scho
nungslose“. 3 ) Aus Arkadien (schob Aristoph. pac. 890), dem Lande der Hirten und
Bergleute, oder aus Messenien (Konon, schob Aristoph. Ach., Strabo VIII 359), wo
bacchische Feste mit harten Sühngebräuchen üblich waren (z. B. in Alea die Zjcisff/«
mit Geisselung von Frauei»: Pausanias VIII 23, 1), kommt, von den Doriern, den
Gegnern des Dionysos, vertrieben (Konon, Strabo IX 393), der zum Gründer der neuen
milderen Dynastie erkorene Neleussohn Melanthos, so genannt, wie es scheint, von
seinem Helfer, dem Dionysos pe Xavcttyic, dem er schon in der Heirnath angehangen
haben wird In der Tracht der Hirten und Bauern, deren Religion er vertritt, und
seiner Natur entsprechend, erscheint der Gott im Kampf, mit schwarzem Bocksfell
angethan. Im Gegensatz zu den beiden schwarzen heisst der unterliegende Thebaner-
könig Xanthos mit geläufigem Heldennamen. Dass nach der Version Konon’s der
Kampf um Oinoe (den Grenzort bei Eleutherae: Ross Deinen 8G) stattfindet, wo
Weinbau und Verehrung des Dionysos alt war, beweist nur, dass man einen Ort
brauchte, dem der Gott nahe war.
') Die Erzählung beim schob Aristoph. Ach. 146, in Uebereinstiminung betreffs der Oert-
lichkeit mit Ephorus bei Harpocration v. ’Anaioigut. Er schrieb wohl, der Kampf habe stattgefunden
IniQ rijff Milalvas (nicht MehtvCas) Melainai nennt den Ort Polyün I 19. Noch ausführlicher,
aber mit Verlegung nach Oinoe Konon in Photius’ bibl. p. 138.
a ) Vgl. Gvfxttiirn: Lobeck pathol. proll. 373.
3 ) Demon im vierten Buch seiner Atthis bei Athenaeus 111 96 d. Pausan. II 18, 9.

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