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war sein Vater (Steph. Byz. EAeuS’egal) als Beschützer der Dionysosfeier. Dein ent
sprechend erklärt der Scholiast zur Theogonie (54 ff. McZax, ’OAupnutäss, Aios
tuyioxoio, rxs lv Ellery KfoirUe 7tut?) piyeTax Mvy Eleuther sei ein Berg, so benannt, weil Dionysos dort von seiner Raserei geheilt und
befreit wurde. Oder vielmehr ein Berg, auf welchem die Orgien des Bacchus be
gangen wurden, hiess der „Befreier“, weil er den Schwärmenden Raum zum Austoben
gab und sie dadurch genesen liess, mag nun ein solcher in Pierien, einem alten Sitze
der phrygischen Thraker, gewesen oder vielleicht auch der Kithäron selbst so genannt
sein. Jedenfalls hiess der Ort an seinem Abhange so, wo die enthusiastische Feier
ein ruhigeres Ende nehmen, wo im schattigen Heiligthum des befreienden Gottes 1 )
eine reinigende Ceremonie den Abschluss derselben bilden mochte. Der Dionysos
von Eleutherä war also derselben Art, wie er als ’EwsAeiöösfer in jSaupaktos (s. Welcker
Nachtr z. Tril. 196), als 'Ehev&efee in Platää (K. Keil Philol. Suppl. II 634), als Avatos
in Theben Sikyon Korinth, als MeiAl%ios auf Naxos, als EacZrvs in Trözen (Pausan. II
31, 5) und Lern a (II 37, 2), anderwärts auf Geheiss der Pythia als 'Ty ixrys (Athe-
naeus II p. 36, b), endlich als fxcevns und Arzt durch Traumorakel in Amphikleia
(Paus. X 33, 11) verehrt wurde. 2 ) Diese Namen drücken die befreiende, lösende
Wirkung aus, welche dem Austoben des bacchischen Wahnsinns folgt. Es war daher
im Wesentlichen ganz richtig, wenn Alexandros Polyhistor bei Plutarch quaest. Rom.
104 die lateinische Benennung Liber von unsrem 'EAevSe^evs herleitete. Als Befreier
von körperlichem Leiden wird der Eleutherische Dionysos selbst in der Legende bei
dem Scholiasten zu Aristophanes’ Acharnern (V. 243) anerkannt: wrurc h 0 (pxXXos
ra> Atovvaco v.xrx n ^uary^ov 1re?! xvrov rcv <£xAAov rcvrc Xtyerxi- rin'yxtros ly röov
EAevSe^dv (ui dg ’F.AwSe^di ttcXis elcri Bowrlxs) Axßoov rcv AmvvO-ov rc dyxApu yv.ev eis ryv
Arny.yv- oi dV' A&yvoüoi ovk eh £xvro /uerx rtfxys rov $sov xXX cvv x/jlkt&I ye xircis [v.x-
^tos V] ßovA&vo-Ufxevots xsrrlßy. pyvlauvros ydq rov öeov vctros v.xrlcrv.y^ev 'eis rd xlhlx roov
dvfywv kx) rc dWv xvyv.errov yv- 00 s Jg xrteiTTov tf^bs ryv vöocv yfeirroo yenphtp Trocars dv-
fymrefos /z«yyxveixs v.xi re%vys, uftearuAytruv $eo»fo) /uerd (rvrcvdys dl dy iTrxveXShres
eQcuruv l'xaiv rxvryv elvai /uovyv, el hu, rifuys urtdrys uyoiev rcv Seov. Tteiabhres oZv rot's
riyyeAphois oi ASyvuici (pxXXovs idlct re vx) Synovia KUreaytvxtreev k«! rovrcis iyifatfov rcv
') Vgl. Eur, Suppl. 759 crx«(J<% . .. ’mivittgls nirga, wo Theseus die Genossen des Adrastos
begraben haben sollte (Plut. Thes. 29).
2 ) ’Fltv&iQiof und yivffiog Stellt als Beinamen des Dionysos nebeneinander Plutarch syrnpos.
VII 10. ’RktvfH^o* hiess ein Wasser in Mykenä: XQt ö VTtu xa »^ tain al U(Q i ro > l(Q d
Xttl Tüv »vatäv is Tilg änoQdirovs (Pausan. II 17,1). Was es mit dem Flusse Elcutheros in Phünizien für
eine Bewandniss hatte, weiss man nicht. Wenn Eleuthernae auf Kreta von einem Kureten Eleuther
gestiftet sein soll (Steph. B.), so waren eben auch die drastischen Gebräuche der Kureten dort zu
Hause, worüber s. Höck Kreta II 97 ff. Vielleicht Messen auch die Städte ‘Fl (v »^[ ( in Böotien bei
Oropos (Steph, Byz.), 1 fUv&cqCisxos in Makedonien (derselbe) so als Stätten bacchischer Feier.

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