gestiftet haben, 1 ) und vielleicht hat auch der aus Jubel und Klage gemischte Doppel
ruf eAeAsv loo loo, 2 ) der bei den Spenden erscholl, eine Beziehung auf die Doppelnatur
des Dionysos, wie die Naxier sie kannten. Die historisch bekannte Einrichtung des
Theseusfestes im Pyanepsion beruht freilich auf der Phylenverfassung des Kleisthenes,
dass aber der Wettlauf (Athenaeus XI p. 495 f. schob Nicandri Alex. 109) oder rich
tiger der Festzug (Proclus bei Photius bibl. p. 322: Mommsen Heortol. 274) der Reben
träger, der vom Lenäischen Heiligthum ausging, von Theseus verordnet sein sollte,
ist doch auch von älteren baechischen Beziehungen zu verstehen. Warum sollte nicht
ehemals schon vom Altar des Dionysos ofioe im Temenos der Horen, denen das Ernte
fest (schob Aristoph. equitt. 729) mitgalt, die Rebe in feierlichem Zuge als Gabe des
fremden Dämon der Landesgöttin dargebracht sein? Auch der von Bötticher im Phi-
lologus XXII 385 ff. behandelte athenische Festkalender in Bildern zeigt im Pya
nepsion neben dem Träger der Eiresione einen Jüngling, der mit dem linken Fuss
auf einen Haufen von Trauben tretend in der Hand eine Rebe und daran hängende
Traube (einen Za%os'. Athen. XI 495 f) hält, eine unzweideutige Illustration der Wein
lese, die in diesen Monat fiel, möglicherweise zugleich mit Andeutung der Oschopho-
rieen, da man in der hierauf folgenden Kanephore auch eine der Ssi7tvo(po^oi erkennen
kann, welche an den Pyanepsien den Epheben beigegeben waren. 3 ) Auch dass man
zum Eponymos des Kerameikos einen Keramos als Sohn des Dionysos und der Ariadne
machte (Paus. I 3, 1),’ist eine Anerkennung des Einflusses, welchen die Vereinigung
beider Gottheiten und die Religion von Naxos aut attischen Gultus oder doch attische
Cultur geübt hat.
Epoche in der Geschichte des städtischen Dionysosdienstes macht nun aber die
Aufnahme des Dionysos ’EAev$e delphischen Orakels. 4 ) Es wäre oberflächlich, für die Erklärung dieses Namens sich
bei der Nachricht zu beruhigen, dass er von Eleutherai stamme. Nicht, als ob wir
den Kern der Legende in Zweifel ziehen wollten. Wenn von der Existenz des Ortes
zu Pausanias’ (1 38, 8) Zeit auch nur Trümmer, die noch erhalten sind (Bursian Gr.
') Demon hei Plutarch Thes. 23: vgl. Welcker Götterl. II 650. Mommsen Heortol. 271. 274. 57.
2 ) Plutarch Thes. 22: to fiev anivdovrti (SO Par. C: vulgo nruvdovTn) ävaifuiveiv xal nuuovl-
(ovres flw&adi, to di xal raQa/ijs faxt-
3 ) Vgl. Mommsen Heortol. 273. Nicht zu billigen ist jedenfalls, wie sich unten zeigen wird,
die Erklärung Böttichers a f a. O. S. 392 f. 757, der in dem Bilde einen Beweis für „Lenäen“ im
Pyanepsion erkennt. , .
Pausailias 1 20, 3: roö Jiovvaov di iait nqof 7<ö &k' ixtös Tov niQtßiiov vaol xal Jiövvaoi, S 11 Xal Sv ‘Aixauivßi lnoi v nv. 1 2, 5: lviav»a (in
dein Gebäude hinter dem ii[i(v°s des Dionysos) xal ujyaoSs iw 'Mtv»tQevt, Ss U^valo,f roV »tov
slßrjyayt' awtnfläßiTO di ol ro lv Aficyoii /xaurtiov, ävafiv^aav tijV i™ ‘txayCov noxi imdtjfiCav iov »toi.
Die Gründungslegende des Tempels ausführlicher 1 38, 8 und schob Aristoph. Acharn. 243.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.