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das Rehfell geschenkt und sie zu seinen Priesterinnen gemacht hat, so muss jener Demos
v °n jeher ganz besonders der orgiastischen Dionysosfeier angehangen und seine Weiber
zur trieterischen Feier um die Zeit des kürzesten Tages auf den Schneegipfel des
Parnass entsendet haben. Schon der Dichter der Nekyia (Od. 11, 580) kennt die Stadt
»der schönen Reigen“, Panopeus, wo jene attischen Thyiaden, die „Sausenden“,
unterwegs zu. rasten und Chöre darzustellen pflegten (Paus. X. 4, 3. 32, 7).
Weit zurückhaltender gegen den Fremdling verhielt sich die Stadt: die Mil
derung der bacchischen Wildheit, welche den Athenern nachgerühmt wird (Eusebius
chron. p. 283), ging von hier aus und ist zunächst angedeutet durch die Erzählung
des Philochorus bei Athenaeus II 38 c., der König Amphiktyon habe von Dionysos
zuerst die Mischung des Weines mit Wasser gelernt. Ein Thonbild in einem Hause
hinter dem heiligen Bezirk des Dionysos, welches uralte Erinnerungen an die Stiftung
8eines Cultus in Athen bewahrte, stellte jenen König dar, ausser anderen Göttern auch
den Dionysos bewirthend (Paus. I 3, 6). In welchem Sinne grade dieser vom Mythus
in solche Beziehung zu dem Gotte gesetzt ist, wird sich nur hypothetisch erklären
lassen. Er ist in der attischen Königsliste bei Apollodor III 14, 6 der dritte: er
vertreibt den autochthonen Kranaos, den Nachfolger des Kekrops, und wird nach
zwölfjähriger Herrschaft selbst wiederum vertrieben von Erichthonios. Manchen galt
er als Sohn des thessalischen Deukalion, Anderen als autochthon. Nach der ersteren
Genealogie ist er ohne Zweifel identisch mit dem Eponymos der thessalisch-delphischen
Amphiktyonie, J ) bei der zweiten könnte man versucht sein, wenn nicht an eine ehemalige
Aniphiktyonie attischer Stämme zu denken (vgl. C. Fr. Hermann Gr. Staatsalt. § 93, 2),
von der Nichts überliefert ist, so doch an die alte Amphiktyonie um den Poseidon
tempel von Kalauria, deren Mitglied Athen war. 2 ) Eine dieser Verbindungen muss,
wenn wir die Sage deuten sollen, während einer gewissen Periode auf die Bewohner
der Kekropsburg einen mächtigen Einfluss geübt haben, 8 ) bis eine Reaction von innen
heraus, durch Erichthonios, den Sohn des Hephästos und der Kranaostochter Atthis
oder des Hephästos und der Athene, die Herrschaft der Athener herstellte und die
Religion ihrer Burggöttin als die herrschende begründete (vgl. Grote a. a. 0. 196).
Wenn die Spuren der Ueberlieferung für Athens Vorgeschichte uns überwiegend wahr
scheinlich machen, dass jene Regierung Amphiktyons eben die Poseidonische Periode
bedeuten möge, so bleibt doch daneben die Annahme möglich, dass wer den Dionysos
') Schömann opusc. I 327 f.: vgl. Grote hist, of Greece I 100. Curtius Gr. Geseh. 190. ff.
2) Strabo VIII p. 347. Böckh C. I. G. H p. 312: vgl. Grote a, O. I 134. A. Mommsen
Heörtol. 27 f.
*) Die Möglichkeit eines von Seiten der delphischen Amphiktyonie ausgeübten Zwanges
deutet Schömann opusc. I 327 f. und A. 25 an.
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