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Anlage.
Unterm 24. Juni 1869 machte das Königliche Oberpräsidium für Schleswig-Holstein dem
Unterzeichneten die amtliche Mittheilung, dass auf Anordnung des Königlichen Ministeriums für
die geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten mit der allmählichen Eröffnung der im
Lande befindlichen, bisher noch uneröffneten Hünengräber vorgegangen und dass die dazu erforder
lichen Mittel aus dem Fond für Kunst und Wissenschaft zur Disposition gestellt werden sollen.
Der Unterzeichnete Conservator der vaterländischen Alterthümer, der für die demnächstige Leitung
der bezüglichen Arbeiten designirt ward, erhielt zugleich den Auftrag, einen Plan dafür aufzustellen
und zur Genehmigung einzureichen.
Mit freudigem Danke habe ich die wohlwollende Förderung, welche die Königliche Staats
regierung der Alterthumskunde unserer Provinz zuwenden will, begrüsst und mich in meiner bericht-
lichen Eingabe vom 24. Juli über die in Betracht kommenden allgemeinen Gesichtspunkte, sowie
über die meines Erachtens nothwendigen Massregeln ausführlich ausgesprochen. In der Hauptsache
ging mein Vorschlag dahin, dass mit der beabsichtigten Eröffhungs-Arbeit von Jahr zu Jahr
District8weise vorgegangen werde. Zugleich nannte ich als solche Districte, welche wegen ihres
Reichthums an derartigen Denkmälern in erster Reihe berücksichtigt zu werden verdienen, 1) Die
nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr, 2) die Dithmarsche Geest und 3) die Gegend von
Heiligenhafen.
Ich hielt mich bei dieser Gelegenheit verpflichtet, die Aufmerksamkeit der Königlichen
Staatsregierung auf diejenigen Grabhügel und sonstigen Denkmäler hinzulenken, deren Conservirun 0-
bereits durch die früheren Landesregierungen angeordnet und gesichert ist. Indem ich das unten
abgedruckte, nach den Landrathskreisen geordnete Verzeichniss*) aufstellte, konnte ich für die Voll-
*) Verzeichnis* der amtlich siehcrgestelltcn Alterthumsdenhmäler.
Kreis Hadersleben.
1. Grammharde, Kirchspiel Wittstedt, hart an der Landstrasse von Hadersleben nach Tondern, ungefähr
800 Schritte vom Dorfe Arnitlund, ein länglicher viereckiger Hügel, niedrig und flach, rundum eingefasst mit Steinen und
zwei Grabkammern enthaltend (Verordnung von 1811).
Kreis Apenrade.
2. Süder-Rangstrupharde, Kirchspiel 0 s terl ygum, der beim Dorf H aberslu n d am Oehscnwege stehende
Runenstein. Im Jahre 1854 sichergestellt durch die Inspection der Alterthumsdenkmäler in Dänemark; vgl. Worsaae: „Om
Slesvigs eller Sönderjyllands Oldtidsminder.“ S. 100. Abbildung und Beschreibung bei Thorsen: „Runcmindesmärkerne
i Slcsvig."
Kreis Sonderburg.
3. Nübelharde, Kirchspiel Broacker, auf einer Koppel /.um Dorf Schelde gehörig, i n einer kleinen Ver
tiefung ein Altar mit einem sehr grossen Decksteine, ruhend auf fünf in der Runde stehenden Steinen (Verordnung von 1811.)
4. In demselben Kirchspiel auf einer zum Dorfe Dünth gehörigen Koppel, drei lange schmale Erhöhungen und eine
Vertiefung neben einander, jede mit Steinen eingefasst, so dass in allem fünf Reihen Steine nebeneinander hinlaufen (Ver
ordnung von 1811.)
Kreis Flensburg.
5. Stadt Flensburg, auf dem Schlossberge, die Rudera des Schlosses Duburg (Verordnung von 1811).
6. Uggelharde, Kirchspiel Gross-Solt, auf dem Gross-Solter Felde ein länglicher Grabhügel mit neun bis
zehn Grabkammern (Verordnung von 1811. Vielleicht ist dieser Hügel identisch mit dem im IX. Bericht der S.-H.-L, Alter-
thums-Gesellschaft S. 33 flg. abgebildctcn und beschriebenen).
7. In derselben Harde, Kirchspiel Sieverstedt, unweit des Dorfes Holming vier Dingstätten nebeneinander, nebst
den Ueberbleibseln von zwei dabei stehenden Altären (Verordnung von 1811).

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