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Dem Herrn Dr. F. Wibel in Hamburg sind auf seinen Wunsch verschiedene Knochen-
Überreste aus dem Museum, zum Behuf chemischer Untersuchungen, übergeben worden, und auf
diesem Material beruht dessen als Osterprogramm des Hamburger Akademischen und Real-Gym-
nasiums erschienene Abhandlung*) Die durch chemische Analyse festgestellte Altersbestimmung
trifft vollständig mit den Resultaten überein, welche aus archäologischen Gesichtspunkten gewonnen
werden. Am ältesten ist das Skelett des Denghoogs (29. Bericht S. 11 uff.); dann folgt das Skelett
«us dem Kosshüe bei Moldenit (30. Bericht S. 25 uff.); noch jünger sind die Knochen aus dem
Kiesenbett bei Kembs (30. Bericht S. 13 uff.) Mit dieser relativen Altersbestimmung müssen wir
uns begnügen, eine absolute Altersbestimmung ermöglicht bis jetzt weder die eine noch die andere
V' issensehaft.
Mit dem Römisch-Germanischen Central - Museum zu Mainz hat ein besonders lebhafter
Verkehr stattgefunden, und unsererseits sind im Laufe des Jahrs fünf Sendungen mit über sechzig
Nummern dahin expedirt worden. Nachdem auf den Antrag des Vorstandes das Königliche Ober
präsidium und Universitäts-Curatorium unterm 21. December 1868 die „leihweise Versendung von
Alterthumscreeenständen jeder Art nach freier Auswahl und im Einverständnis mit dem Professor
Dr. Lindenschmit“ genehmigt hatte, haben wir, den wiederholt geäusserten Wünschen des
Letzteren entsprechend, ganz besonders aut die Mittheilung unseiei höchst werthvollen und zum
Theil ganz einzig in ihrer Art dastehenden Goldsachen Bedacht genommen. Die goldene Urne mit
Deckel von Nordhastedt (Nr. 2821), die eine goldene Schaale (Schöpfkelle) von Dcpenau (Nr. 1226),
der auf einer Seite mit einem Goldplättchen belegte bronzene Doppelknopf von Gross-Harrie
(Nr. 3262), eine grössere und zwei kleinere goldene Hängeschmucksachen sowie eine silberne mit
Goldzierrathen belegte Fibula aus dem Schiersberger Funde (Nr. 2020) sind schon zur Abformung
gelangt. Auch unsere Original-Zeichnung von dem bei Gallehuus 1734 gefundenen goldenen Horn
'»'t der Runeninschrift, welche der als Antiquar bekannte Dr. med. Krysing in Flensburg damals
eigenhändig auf Pergament mit Goldfarbc ausgeführt hat, ist auf Verlangen nach Mainz mitgetheilt.
Sonst enthielten unsere Sendungen meist Bronze- und Eisensachen der verschiedensten Art. Mit
Lesung der Runen-Inschrift an unserem bronzenen Fingerringe von Ghristianslust (Nr. 3152) ist
noch gegenwärtig Herr Professor Franz Dietrich in Marburg beschäftigt.
Schliesslich hat der Vorstand dem Königlichen Ministerium der geistlichen, Untcrrichts-
"nd Medicinal-Angelegenheiten seinen ehrerbietigsten Dank auszusprechen für eine zwiefache Geld
bewilligung, nämlich von Zwanzig Thalern zum Ankauf der bei Gross-Harrie gefundenen Gold- und
Broncesachen und von abermals Zwanzig Thalern zur Bestreitung der Kosten der baulichen Unter
haltung des für die Sammlung benutzten Gebäudes, ^agegen ist über unser weiteres Bittgesuch
vom 26. April d. .)., „dass dem Museum vaterländischer Alterthümer für die Zukunft eine feste
jährliche Einnahme von Zweihundert Thalern in dem Budget der . Kieler Universität angewiesen
werden möge, bisher keine Entscheidung erfolgt.
Kiel, im Vorstände der S.-H.-L. Gesellschaft für die Sammlung vaterländischer Alter-
thümer, den 31. December 1869.
H. Raljen. Klaus Groth. D. Ilandelmann. K. Weinhold,
dir. Jessen (Haderslebcn). Qir, Johansen (Schleswig).
dir. A. Klander (Plön). A. F. L. Westedt (Albersdorf).
*) „Die Veränderungen der Knochen bei langer Lagerung im Erdboden und die Bestimmung ihrer Lagerungszeit
durch die chemische Analyse.“ Ein chemischer Beitrag zu geologischen und archäologischen Forschungen von l)r. F. Wibel
Hamburg 18GD. 45 Seiten 4*.
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