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lieh Vorbehalten zu haben. 34 ) Denn nicht so ganz rückhaltlos ging Dänemark auf die
Wünsche Habsburgs ein, das Reich lediglich als durch den Kaiser repräsentirt zu
betrachten. Schon im October 1643 hatte es eine Zuziehung des Deputationstages zu
den Generaltractaten beantragt. 35 ) Wie günstig für Dänemark die Stimmung dort war,
ist oben erwähnt. 36 ) Zuweilen schien der Abbruch aller Verhandlungen dicht vor der
Thür zu stehen. Dazu mochte man es aber doch von keiner Seite kommen lassen;
schon das Odium eines solchen Schrittes wäre allzu gross gewesen. Die kaiserlichen
Gesandten hatten bestimmte Befehle, den Congress auf keinen Fall zu verlassen. 37 )
Doch lag es darum nun keineswegs in ihrem Interesse, möglichst bald den Frieden
zwischen Schweden und Dänemark wieder hergestellt zu sehen.
Dagegen schien Schweden seinerseits denVersuch zu machen, durch das Droh
bild einer französischen Intervention Dänemark zur Nachgiebigkeit zu bestimmen.
Am letzten Ende hat man denn doch in Osnabrück meist unmittelbar, ohne Mediation
verhandelt.
Während dieser Streitigkeiten füllte man die übrige Zeit mit nützlichen Ver
handlungen über das zu beobachtende Ceremoniell aus, die wenigstens den Vortheil
boten, dass man vorläufig seine Kräfte an einander erprobte. Besonders empfindlich
in diesem Puncte und geschickt in einer weitern Verschleppung der Verhandlungen
zeigten sich die Franzosen.
Allmählich jedoch trat die Frage nach der Admission der Reichstände immer
mehr in den Vordergrund und kam als die wichtigste Präliminarfrage zu ihrer vollen
Bedeutung.
Schon bei den ersten Anfängen der Friedensverhandlungen hatten die ver
bündeten Kronen dahin zielende Schritte gethan. Noch von Hamburg aus hatte unter
dem 20. April 1643 Salvius, der schwedische Gesandte bei den Präliminarverhand
lungen, ein Schreiben an die Reichsstände erlassen, um sie zur Theilnahme an dem
Congresse aufzufordern. 38 ) Noch aber — es war im Beginn des Deputationstages —
hatten diese über die einzuschlagende Politik sich nicht vereinbart. Die Lage der
Reichsstände war auch durchaus nicht darnach angethan, um eine allenthalben klare,
entschiedene Politik verfolgen zu können. Den Gegensatz, zu dem sich allmählich die
staatsrechtliche Stellung der deutschen Reichsstände mit ihrer politischen Bedeutung
entwickelt hatte, in voller Schärfe darzulegen, geht über meine Kraft und Aufgabe.
• 14 ) v. Meiern I. 180.
35 ) ib. 5 3.
3fi ) vgl. Ndg. secr. touchantes la Paix de M. et 0. (Have. 1725) I, 276 sab XII. I. 271. 279. 284.
u. a. ebenso v. Meiern I. an verschiedenen Orten.
37 ) v. Meiern I. 17 9.
38 j v. Meiern I. 11.

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