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Verfassung die letzte Bresche gelegt. Der Kampf war heftig und währte die ganze
Dauer des Deputationstages hindurch Zum Austrage ward er erst auf dem Congresse
gebracht.
Schon jetzt aber rückte der Schwerpunkt aller politischen Verhandlungen an
die Orte des Congresses selbst, ward das Kampffeld der hohen Diplomatie nach
Münster und Osnabrück verlegt.
II.
Wenn auf dem Regensburger Reichstage die kaiserliche Politik noch immer
auf die Unterstützung Seitens der katholisch-österreichischen Majorität zählen durfte,
so war es im Laufe des Krieges gerade den mächtigsten der katholischen Reichs
stände mehr und mehr klar geworden, dass Österreichische Politik und katholische
Interessen durchaus nicht unter allen Umständen ein und dasselbe zu sein brauchten.
Die Opposition, die in Regensburg nur erst schüchtern aufzutreten gewagt hatte, ward
lauter in Frankfurt. Noch aber fehlte viel, dass man am Wiener Hof es über sich
vermocht hätte, dieser Opposition nachzugeben; nur die Wucht der kriegerischen
Ereignisse konnte den Kaiser von dem Vorgesetzten Wege abdrängen. Die Lage war
für denselben während des Feldzuges von 1643 zwar durchaus nicht günstig —
Torstenson stand tief in Mähren — doch war sie auch keineswegs so trostlos, dass
man nicht auf einen baldigen Umschwung zu Ferdinands Gunsten hätte zählen können;
träumte, man doch selbst davon, den Schweden in Mähren ein zweites Nördlingen zu
bereiten 18 ). Die Gefahr von Seiten der letztem war überhaupt in dem Maasse
geringer geworden, als sie mehr und mehr den Krieg lediglich mit deutschen Mitteln
führten. So schlug man, vielleicht irgend welche List dahinter sehend, einen noch
im November 1643 von Torstenson angebotenen Waffenstillstand ab. Dem vene-
tianischen Vermittler in Osnabrück, der ebenfalls eine allgemeine Waffenruhe anregte,
ward bezeichnend genug erwiedert, dass davon nicht die Rede sein könne, so lange
allenthalben in den kaiserlichen Erblanden noch Feinde stünden 19 )
18 ) 12. Sept. schreibt Wesenbeck von Frankfurt: „wie wohl pro ultimo extremo noch alles uf einen
nördlingisohen Streich in Mähren gesetzt wird“. Urk. u? Act. I. 828.
19 ) v. Meiern I. C8 u. 6 9.

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