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schrieben. In der ersten Hälfte des Werks erscheint diese Anlehnung nur 42,3. gih
ih (aber z. B. bigihu ih 44,21.) Erst 133,6. tritt sie in quidih wiederauf, das sich von
da an sehr häufig zeigt, z. B. 133,9. 148,7. 175,1, 190,3., daneben noch ein paar Mal
quidu ih 161,4. 165,7. 238,4. und einmal merkwürdiges quiduh 205,7. Sonst zeigen
sich noch: intenä ih, cognosco 133,12.; trinkih 160,3. sentih 172,3 bittih 178,7. 179,1.
quimih 178,5. Bewahrt ist das u seit dem Cap. 133 noch in: izzu ih 158,2. gibu ih
165,5. gibintu ih 169,1. sprihhu ih 178,5. Sentu ih 232,5. ist in santa ih zu bessern.
Willih s. unter den anomalen Verben. Einzig ist die Apoköpe des u vor einem nach
folgenden Dative iu: ih sprih iu, loquor vobis 134,3.
2) Dass in der 3. Sg. Praes. Indic. einige Male, auch bei Verben erster schwachen
Conjugation et statt it auftritt, ist als Versehen des Schreibers, vielleicht Verfallen in
seine spätere Mundart anzusehen: findet, inveniet 133,10. giloubet, credit 143,2. laret,
docebit 165,4; quidet jedoch 62,8. ist in quidit zu ändern, s. Schm. Vorr. XIII.
Umgekehrt steht falsch ir bitit, petitis, 164,1. in einem auch sonst an Unregel
mässigkeit leidenden Capitel.
3) Anstatt des e des Plur. Praes. Ind. u. Imperat. begegnet einige wenige Male
a, zumal in den 80ger Capiteln, wo, ausser anderer Vocalverwirrung, dieser Vocal a
überhaupt häufig statt e gebraucht wird und die Sprache dieser Capitel als eine von
der der vorhergehenden ziemlich verschiedene kennzeichnet, als einen Dialect, der
theils die alten, vollen Formen mehr bewahrt hatte, theils speciell eine Vorliebe für den
Vocal a besass. Deshalb wage ich nicht, mit Müllenhoff (Altd. Sprachproben, Vorrede)
dem Tatian Ueberreste eines besonderen Optativs zuzuschreiben. Die Stellen sind:
farames inti gisehemes! 6,4. zi wemo farames? ad quem ibimus? 82,13. sie ezzant
84,4. 85,4. werdant 83,2.
Ebenso hat die 3. Sg. Praes. Conj. a in: wesa, fiat 85,4. giveha, gaudeat 87,8.
4) Statt un in der 3. PI. Praetr. Indic. steht einmal on: erfuoron, abibant
• 137,4. Auch im Praetr. der schwachen Conjugation wiederholt sich diese Erscheinung.
5) Im Infinitiv hat die Schwächung des an zu en bereits ziemlich um sich ge
griffen. Die 1. schwache Conjug. zeigt meistens en, so fand ich in den ersten 60 Ca
piteln nur zwei schwache Verben mit an: forhtan 5,8. (Dagegen forhten 6,2. 19,9.
35,3. 44,19. 60,11) und furligan 29,2. Hingegen überwiegt bei den starken Verben,
wenigstens in den früheren Capiteln, noch an bei weitem. Später nimmt en mehr
überhand. Dasselbe Verhältniss waltet in den flectierten Formen, Gen. annes, ennes,
z. B. artribannes 100,4. lichezennes 141,23.; Dat. arme, enne. Starkes und’ schwaches
Verbum sind gut geschieden: zi traganne inti zi sezenne 54,2. zi sprehhanne inti zi
tuomenne 131,9. Beide Formen an starken Verben neben einander: arstanten inti
geban 40,2. In einigen Capiteln zeigt der Dativ im Auslaut a, was um so fiuffallender
ist, da der Schreiber im entsprechenden Dative der Substantive das Tatianische e
durchweg respectiert. Die Beispiele sind: zi nemenna, zi werfenna 85,4. zi ezzenna,

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