Full text: (Band XV.)

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Art, dass wir verschiedene Hände in der Uebersetzung deutlich unterscheiden können*), 
so ergiebt sich doch wenigstens, dass manche lautliche, ja grammatische Eigenthüm- 
lichkeit, wie sie uns in den beiden Handschriften entgegentritt, auf Rechnnug einer spä 
teren Redaction oder der Ungenauigkeit der Schreiber zu setzen ist, s. Schmeller praef. 
S. III. Anrn. 3, dem ich aber, falls der Codex diese Aenderungen nicht sichtbar äusserlich 
an sich trägt, in Beziehung auf bim und hie nicht beistimme. Soviel solcher Uneben 
heiten welche die Flexionslehre berühren, sich im Sangaller Texte zeigen, habe ich 
versucht, die Besonderheiten der einzelnen Abschnitte möglichst vollständig darzulegen: 
eine Lautlehre hätte noch reicheres Material beibringen können. 
Zur Feststellung der Verhältnisse ist aber ferner auch eine Vergleichung nicht 
so sehr der Schiitersehen Ausgabe, als des Apographons des Junius nothwendig; wenig 
stens, nachdem ich die Schiltersche Ausgabe mal in einigen Capiteln habe vergleichen 
können, scheinen mir Schmellers Variantenangaben nicht genügend.**) Ja ich glaube 
soo-ar auf eine Collation des als verloren betrachteten Codex dürfen wir nicht ohne 
Weiteres verzichten. Aus fcillem, w<is Schm, prcief*. S. I u II. und in den Anin. dn~ 
selbst anführt, geht mir einmal als wahrscheinlich hervor, dass Junius nicht den Codex 
selbst, sondern nur die von Vulcanius an Freher gesandte Abschrift besessen, wenn 
gleich er jenen zeitweilig in Händen gehabt hat, und zweitens als möglich, duiSS die 
Handschrift durch Heinsius nach Rom gelangt sei und sich dort noch befinde. 
Dass auf die Herstellung des Sangaller Textes der Schreiber, vielleicht mehrere 
Schreiber eingewirkt haben, bezeugt auch die ungleichmässige Anwendung der Accente. 
Schm, praef. S. XIII. berichtet, dass Accente verschiedener Form im Manuscript ständen, 
die im Druck alle durch die Form des Akuts wiedergegeben sind. Drei Arten von 
Accentzeichen wird der Codex gewiss enthalten, nämlich theils solche zur Bezeichnung 
der Läno-e, theils zur Angabe der betonten Silbe, theils zur Unterscheidung gleich 
lautender Wörter (z. B. in) oder des vocalischen i und u vom consonantischen. Die 
Accente sind zuerst ziemlich oft gesetzt, wie überhaupt die ersten 80 Capitel grössere 
und Genauigkeit zeigen, später treten sie seltener auf, verschwinden 
*) Wenigstens ermöglichen eine solche Scheidung noch nicht: clafunga zenio 77,4 (wie 
zano claffunga, Wackpruagel altd. Lesebuch’ 8p. 158 Z. 18), sonst stets stridunga zeno, z. B. 7(5,5. 
147,12. 145),8; antlingön in den ersten Capp., seit cap. 21. entlingen; thionön 4,16. 7,5). 15,5. 97.7., 
ambahten 15,6. 48,2. 63,1. 112,3. 137,5. 150,2. 152,7.; rinan, tangere 60,4. 185,6, aber nur im eod. 
Sang., Schilter dafür ruoren, das auch sonst immer im cod. Sang, erscheint, z. B. grade 60,4. 5. 6. 
8. 196,2. u. sonst; ouh, sed, später oh; u. dgl. 
**) Ich gebe aus den ersten Capiteln folgende der von Schmeller übergangenen Varianten: 
leuhta 1,4. Iudeono 2,1. dagun 2,2. Das zweite tho fehlt 2,11. iz 3,1 .intphähis 3,4. imu 3,5, wio 3,6. 
antlingenti 3,7. alliu 4,6. miltida 4,8. nähoston 4,10. ginennit 4,11. 17. 5,4. faterun 4,14. giheizzan 
7,4. gigieng 7,9. inti thie heroston thes folches 8,2.
	        
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