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masse. An der kleinen Curvatur ist der Stamm der vena eoronaria superior ganz mit Geschwulst
masse erfüllt; alle zufiihrenden Gefässe erscheinen gleichfalls davon erfüllt. Nahe der Cardia ragt
ein rundlicher Tumor von Taubeneigrösse über die Oberfläche hervor. Die ganze andere Hälfte
des Magens ist mit zahlreichen kleinen, weissrüthlichen Erhabenheiten bedeckt, weniger zeigt dieses
Verhalten die hintere Fläche. Nachdem der Magen aufgeschnitten, zeigt sich die ganze Innen
fläche desselben eingenommen von einer höchst unebenen, zerklüfteten, von schmierig-grünlichem
Belag bedeckte Geschwulstmasse. Diese erstreckt sich ununterbrochen über eine ovale Fläche, deren
Län durch zum Theil sehr tiefe Furchen getrennt sind, und sich am Rande, wo sie übrigens meistens
ihre Basis spitzförmig überragen, ziemlich scharf gegen die nicht degenerirte Schleimhaut absetzen.
Frei von der Geschwulst ist nur eine Partie der Schleimhaut (6 Cm. breit) am fundus,
ferner Cardia und Pylorus und die zwischen diesen gelegene Partie hinter der kleinen Curvatur,
e ; ne 8—9 Cm. breite Strecke. Die Schleimhaut findet sich hierüberall im Zustand starker katarrh
alischer Schwellung.
Milz "ross; 14 Cm. lang, 8—10 Cm. breit. Das rechte Ende ist fest mit dem Magen
verwachsen. Hier zeigt sich die Oberfläche der Milz leicht vorgewölbt und weisslich gefärbt. Beim
Einschneiden auf diese Stelle findet man dicht unter der Oberfläche einen grossen Tumor. Indem
der Schnitt durch den Tumor weiter geführt wird, geräth das Messer direct in die Magenhöhle
hinein wo der Tumor sich direckt in die die Magenfläche bedeckenden Geschwulstmassen fortsetzt.
Der Tumor nimmt ungefähr ein Drittel der ganzen Milz ein.
Microscopischer Befund.
Berücksichtigen wir zunächst im Allgemeinen die Formen der äusseren Erscheinung, unter
welchen wir die Cardnome in den verschiedenen davon befallenen Organen an treffen, so zeigen
sich die Milz- und Lebercarcinome scharf abgegränzt gegen das umgebende Parenchym, während
die degenerirte Ma^enfläche eine unregelmässig angeordnete, diffus verbreitete, blumenkohlartige Masse
darsteflte Der Unterschied in der Färbung ist schon oben hervorgehoben. In Bezug auf den
Consistenzgrad liess sich eine nur geringe Differenz wahrnehmen; am weichsten schienen die Leber-
T1 . durch die Geschwulstmassen entquoll den Schnittflächen ein trüber,
carcmome. Bei Durcnscnmueu uu *
weiss-röthlicher Saft von rahmiger Consistenz, der unter das Microscop gebracht, folgendes Ver
halten zeigte In der ziemlich reichlichen, durch feine, ei weissartige Moleküle getrübten Inter-
zellularflüssigkeit erschienen Zellen, freie Kerne und Kernkörperchen suspendirt. Die Zellen waren
von verschiedener Form und Grösse, rundlich, spindelförmig, eckig, abgeplattet, meistens fein gra-
nulirt und alle von einer zarten Hüllmembran umgeben. Ihre Kerne zeigten sich ebenfalls granu-
lirt, ausgezeichnet durch Grösse und mit glänzenden homogenen Kernkörperchen versehen. Den
weit überwiegenden Bestandtheil machten die freien Kerne aus, welche von der gewöhnlichen
Grösse bis zu den für Krebs characteristischen ungewöhnlich grossen Formen vorkamen. Fast
schienen diese Zellen und Kerne die ganze Masse der Tumoren zusammenzusetzen; jedoch über-
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