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Fremdkörpers angeben, und eine, wenn auch noch so geringe strahlige Trübung der
Linse, die den Gang desselben bezeichnet, wird man immer finden. Kommen die
Patienten mit vollständig maturer Cataract, so kann man natürlich nur aus den vor
handenen Narben und der Anamnese die Aetiologie derselben erkennen.
Sehr wichtig ist ferner die Entscheidung, ob der fremde Körper in dem Auge haften
geblieben ist, oder nicht. Inder vorderen Kammer wird man ihn im Allgemeinen leicht finden
können, in der Cataract dagegen kann es seine Schwierigkeit haben; am leichtesten
wird es meist in frischen Fällen sein, wenn die Trübung noch nicht so weit fortge
schritten ist, und man den Weg, den er genommen hat, ohne Mühe verfolgen kann.
In älteren Fällen muss man oft aus den Begleiterscheinungen, besonders der Ver
färbung der Cataract sein Vorhandensein schliessen. A. v. Gräfe sagt darüber im
Archiv für Ophthalmologie B. 8 Th. 1, p. 134 Anm.: „Die ins Orange spielende Ver
färbung der Cataract ist für die Gegenwart metallischer Körper im Auge so charakte
ristisch, dass sie mich oftmals zu einer genaueren Untersuchung veranlasste, da, wo
die Patienten kein traumatisches Entstehungsmoment angaben, noch auch bei gröberer
Exploration Reste einer Verletzung erschienen, ln der Regel lässt sich die ms
Orange spielende Verfärbung zum Theil in einzelne Flecken auflösen, welche auf eine
Pigmentierung der intracapsulären Zellen zu beziehen sind, zum Theil aber existiert
sie mehr diffus im Linsenkörper selbst. Ist bei solchem Eindringen fremder
Körper Iritis vorhanden gewesen, so zeigen sich auf der Aussenfläche der Kapsel
Pigmentablagerungen, welche durch ihre Orangefärbe in eigenthümlicher Weise gegen
das gewöhnlich braune Pigment abstechen. Auch die Iris participiert alsdann in einer
eigentümlichen Weise an der Verfärbung. Genauere Exploration weist, wenn nicht
den Fremdkörper, doch eine feine Corneal- und Kapselwunde nach.* 4 (Vergl. auch
Fall 111.) Ist der Fremdkörper freilich kein metallner, so fällt natürlich auch dies diag
nostische Zeichen weg, und dann kann es geradezu unmöglich sein, ihn nachzuweisen,
sein Vorhandensein kann nur wahrscheinlich gemacht werden durch etwaige Reizer
scheinungen, die er hervorruft.
Bei der Prognose kommen in erster Linie die Art und der Sitz der Verletzung
in Betracht. Je gröber der Fremdkörper war, desto tiefer ist der Eingriff in die Er
nährungsverhältnisse des Auges, besonders durch die Erschütterung und Quetschung
desselben. Eine Kapselwunde, die durch einen feinen, scharfen Körper gemacht ist,
kann dagegen primär heilen, und sogar die irübung der Linse sich nur aut den Stich
kanal begrenzen. Die Verheilung der Kapselwunde soll in diesem Falle nicht, wie
meist angegeben wird, durch eine glashäutige Neubildung zu Stande kommen, die
sich über einen kleinen Pfropf von getrübter Corticalis, der zuerst die Wunde sehhesse,
herüberziehe, sondern nach Dr. Pagenstecher (Klin. Monatsbl. f. Augenhlk. I860,
p 86) einschlägigen Versuchen an Thieren entsprechend durch einfache Aneinander-
lagerung der Wundränder.

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