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XIY. Fall.
Einern 37jährigen Steinhauer war ein Stein ins Auge geflogen, in Folge
dessen das Sehvermögen ohne weitere Schmerzen und Reizerscheinungen allmählich
verloren ging.
Als er sich nach Jahresfrist hier meldete, sah man, dass der Pupillarrand an
einer 1mm. breiten und 5 mm. langen Hornhautnarbe, welche sich im untern, äusseren
Quadranten befand, adhärent war. Der übrige Theil der Pupille reagierte gut, die
Linse war strichförmig grauweiss getrübt, die Sehschärfe gleich 2 / 2 oo.
Es wurde eine Iridektomie nach innen gemacht, wobei etwas Blut in die
vordere Kammer trat. Das Krankenlager verlief gut, und der Kranke wurde 5 Tage
später aut seinen Wunsch entlassen. Das Blut war noch nicht vollständig resorbiert,
er hatte aber mit der stenopäischen Lorgnette ein Sehschärfe von 2 %oo.
XY. Fall.
Ein 30jähriger Arbeiter hatte sich ein Stück Schilf durchs linke Auge ge
peitscht. Er hatte nur geringe Schmerzen, aber das Sehvermögen nahm allmählich ab.
Etwa 5 Wochen nach dem Ereigniss wurde er aufgenommen. Man sah auf
der Hornhaut 2 Narben im PupiUargebiet, und in der kleinen vorderen Kammer
rao-te eine pilzförmige Wucherung gequollener Corticalis bis an die Hornhaut. Die
Tension war normal, und das Auge zählte mühsam Finger auf V* Fuss. Auf den,
anderen Auge hatte er eine Hypermetropie von V« und nur Sehschärfe von 10 /to.
Die Pupille diktierte sich gut nach Atropinisierung, und die vordere Kammer füllte
sich mit immer stärker hervortretender Corticalsubstanz.
Die Linse wurde viermal discidiert, wobei zweimal ziemlich heftige Reactions-
erscheinungen aufträten, die aber nach jedesmaliger Anwendung des Heurtcloup
schwanden. Das schliessliche Resultat war vollständige Resorpt.on der Linse. Die
Sehschärfe war 2 %o-
XYI. Fall.
Ein 22jähriges Mädchen, welches schon früher wegen einer hochgradigen
Myopie von l fi Hülfe auf der Klinik gesucht hatte, hatte sich mit einer Spicknadel
ins linke Auge gestossen. In der Nähe des äussern Hornhautrandes bemerkte man
eine Wunde, in deren Umgebung die Cornea rauchig getrübt war, die vordere Kam
mer war flach, der Pupillartheil der Iris, namentlich im oberen Segment, buckelförmig
vorgetrieben und das PupiUargebiet der Linse graulich getrübt. Die Spannung des
Bulbus schien etwas vermehrt, und Patientin klagte über leichte Ciliarneuralgie; der
Limbus war injiciert.
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