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nach der Verletzung entlassen wurde, hatte er auf dem linken Auge quantitative
Lichtempfindung, auf dem rechten Sehschärfe von 2 %o.
IX. Fall.
Ein 7jähriger Knabe hatte einen Steinwurf ins rechte Auge bekommen, wor
auf sich unter heftigen Schmerzen bald das Sehvermögen auf diesem Auge verlor.
Ein halbes Jahr später gesellte sich hierzu eine sympathische Ophthalmie des
linken Auges, wesshalb der Knabe auf die Klinik gebracht wurde, da er sich kaum
noch orientieren konnte.
Auf dem rechten Auge war die Pupille durch eine vordere Synechie, welche
durch Verwachsung der Iris mit einer weissen Hornhautnarbe bedingt war, zu einem
spaltförmigen Schlitz verzogen. Die Hornhautnarbe setzte sich ungefähr 2 mm. weit
in die Sclera fort, die dort am Ciliartheil schieferblau aussah. Die Spannung des
Bulbus war verringert, und der Kleine hatte nur quantitative Lichtempfindung. Auf dem
linken Auge war totale Synechie, und er konnte nur ganz dicht vor dem Auge Fin
ger zählen.
Auf dem linken Auge wurde mit Mühe ein grosses Stück Iris excidiert und
die ungetrübte Linse entfernt, und bei seiner Entlassung konnte der Knabe Karten
und die Farben seines bunten Balles erkennen, er zählte Finger aut 2 küss.
X. Fall.
Einem 22jährigen Schlosser fiog ein glühender Meissei, mit dessen Hämme-
rung er beschäftigt war, ins rechte Auge. Das obere Lid war verletzt und geschwol
len, die Hornhaut im obern, innern Segment vollständig von dem übrigen Theil der
selben getrennt und stark verbrannt, die Iris durch ein grosses Hypoäma ganz ver
deckt, der Bulbus starck druckempfindlich, Injection nicht bedeutend.
Es wurde Eis appliciert, und Patient klagte wenig über Schmerzen. Zwei
Tage später zeigte sich in der Hornhautwunde ein Prolaps von Glaskörper und Linse,
der sich aber nicht vergrösserte, sondern sich allmählich abschnürte und nach drei
Wochen schon o-anz flach geworden war. Die Cornealwunde schickte sich nun zum
Verheilen an, das Eis wurde entfernt und einfacher Druckverband angewandt. Nach
ferneren 8 Tagen war der Prolaps untergegangen, Patient hatte eine Sehschärfe von
V-200 und las Buchstaben von Igr. Nr. 12. Es bestand starke Lichtscheu und Thrä-
Uenfluss, was aber in den nächsten Tagen sich bedeutend besserte. Man konnte nun
sehen, wie die Linse nach aussen und unten luxiert war und ihre strichförmige Trü
bung erkennen. Bei seiner Entlassung hatte Patient Sehschärfe von 2 %oo, las Igr. Nr. 5
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