7
das rechte Auge verletzt. Das Auge war stark geschwollen und entzündet. Patient
hatte anfangs heftige Schmerzen gehabt, die sich aber bald legten.
Als er drei Tage nach der Verletzung auf der Klinik vorgestellt wurde, sah
man von der Mitte der Hornhaut bis zum innern Rande derselben eine breite Wunde
verlaufen, der limbus und die Conjunktiven waren sehr stark injiciert. Die Linse
war diffus getrübt, ln der vorderen Kammer von der Mitte der Pupille gerade nach
aussen gehend bemerkte man einen feinen, schwarzen Strich, der bis an die Basis
der Kammer reichte; der innere untere Rand der Pupille war an der Hornhautwunde
adhärent. Atropin diktierte die Pupille sehr wenig.
Da die Eltern den Knaben nicht im Krankenhause lassen wollten, so wurde
ihm Atropin verordnet und fleissige Einträufelung befohlen, ausserdem ein Druck
verband angelegt.
Nach fast vier Wochen erschien der kleine Patient wieder. Er hatte seit
einigen Tagen heftige Schmerzen gehabt. Der Limbus war stark injiciert, die Pupille
eng und die Tension gleich —1— 1. Es wurden Blutegel verordnet, und die Eltern
nahmen den Knaben wieder mit nach Hause.
Als sie ihn nach 4 Monaten wieder vorstellten, hatte sich totale Synechie und
beginnende Atrophie ausgebildet. «Jetzt erst konnten sie bewogen werden, das Kind
im Hospital zu lassen. Atropin blieb ohne M irkung, es wurde deshalb zur Indek-
tomie geschritten, die ganz morsche Iris in Fetzen herausgeholt und auch eine Cilie,
als welche sich der oben erwähnte schwarze Strich herausstellte. Das Krankenlager
verlief normal, und nach acht Tagen konnte der Knabe entlassen werden. •
VII. Fall.
Ein 15jähriger Knabe hatte sich im Alter von 2 Jahren das linke Auge mit
einem Holzsplitter verletzt. Einige Zeit darauf erblindete dasselbe. Es war kleiner,
als das rechte, und die äussere Hälfte, sowie das Pupillargebiet der Cornea vollstän
dig in eine dichte, weisse Narbe verwandelt, an welche die Iris angewachsen war.
Fünf Wochen vor seinem Erscheinen auf der Klinik flog ihm ein Busch ins
rechte Auge, heftige Schmerzen folgten und am folgenden Tage verlor sich das Seh
vermögen. Das Auge war bei der Vorstellung sehr lichtscheu, Limbus und Conjunk-
tiva sehr stark injiciert, und im äussern oberen Quadranten der Hornhaut befand sich
eine 2 mm lange, vernarbte Wunde, von der aus schräg nach innen in die Substanz
der getrübten Linse ein F remdkörper steckte.
Die Iris, die an der Stelle des corpus alienum mit der Hornhaut verwachsen,
War getrübt und von einzelnen dicken Gefässen durchzogen, das ganze Pupillargebiet
adhärent an der Kapsel. Der Bulbus war nur in der Gegend des Fremdkörpers
etwas druckempfindlich, das Auge hatte gute quantitative Lichtempfindung.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.