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waren stark injiciert, die Tension normal. Die Hornhaut zeigte 2 mm. über dem
oberen Pupillarrande eine lineare Narbe, in deren Umgebung sie leicht getrübt war.
Vordere Augenkamrner unregelmässig, während sie nach unten und innen weit er
schien, war die Iris nach aussen und oben der Hornhaut sehr nahe gerückt. In der
Pupille sah man die Linse unregelmässig grau getrübt und gerade in der Pupille
einen Spalt in der vorderen Linsenkapsel, der durch eine intensiv weiss gefärbte,
Schräg von oben nach unten verlaufende Linie angedeutet war.
Nach Atropinisierung erweiterte sich die Pupille gut, und man konnte die
streifig getrübte Linse und eine kleine Flocke gequollener Corticalis, welche durch
den Kapselriss ausgetreten war, erkennen.
Es wurde dem Kranken Atropin und Tragen eines Druckverbandes verordnet.
Die Cataract resourbierte sich unter dieser Behandlung gut, nur verursachte
der in die vordere Kammer gefallene Linsenkern später heftige Ciliarneuralgie. Der
Kranke wurde deshalb ins Hospital aufgenommen, zu Bett gelegt und das Auge unter
energische Atropinwirkung gestellt. In Folge dessen verloren sich die Schmerzen
bald, und auch dieser Rest der Linse wurde resorbiert.
Als der Patient aus der Behandlung entlassen wurde, war nur noch ein
schmales, halbmondförmiges Kapselstück an der Peripherie der dilatierten Pupille zu
bemerken. Der Augenspiegelbefund entsprach der Norm, und Patient hatte eine Seh
schärfe von 2 %o und las Igr. Nr. 1 mit 4- 2 l /z.
II. Fall.
Ein 24jähriger Tischler hatte sich drei Tage vor seiner Aufnahme ein spitzes
Instrument durchs Augenlid gestossen, er hatte nur Kaltwasserumschläge gemacht
und damit weiter gearbeitet.
Als er sich vorstellte, war das obere rechte Augenlid noch etwas geschwollen,
und man gewahrte eine vollständig perforierende Wunde darin. Dieser entsprechend
sah man etwa 2 mm. vom innern Hornhautrande an der stark injicierten und chemo-
tischen Conjunktiva einen gelblichen Schleimpfropf hervorragen. Die Hornhaut war
klar, die vordere Kammer flach, in der stark verengten Pupille, die auf Lichtreiz
fast gar nicht reagierte, eine unregelmässig grauliche Trübung, die von Flocken her
rührte, welche aus der Linsenkapsel in die Kammer hineinragten.
Es wurden dem Kranken Blutegel und Eis appliciert, und am andern Tage
konnte man in der durch Atropinwirkung mittelweiten Pupille die in den vorderen
Corticalschichten getrübte Linse erkennen. In der vorderen Kammer bemerkte man
ausserdem ein linienhohes Hypopyon. Der Augenhintergrund war derartig getrübt,
dass man nirgends mehr die rothe Chorioidea erkennen konnte. Bei seitlicher Be
leuchtung schien der Glaskörper gelblich durch, und es wurde deshalb eine eitrige

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